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Mit dieser Trainingseinheit wird das Pass- und Zusammenspiel verbessert

Fußball ist ein Mannschaftssport. Nur wer das Teamplay beherrscht, kann Tore erzielen und abwehren. Im Training muss also ein besonderes Augenmerk auf das Pass- und Zusammenspiel gelegt werden. Mit dieser offiziellen Trainingseinheit vom Deutschen Fußballbund (DFB) werden Spieler dafür sensibilisiert.

Das Pass- und Zusammenspiel der Mannschaft muss für reale Spielsituationen intensiv trainiert werden.

Das Pass- und Zusammenspiel der Mannschaft muss intensiv trainiert werden, damit es in realen Spielsituationen reibungslos und routiniert klappt. Bildquelle: Ververidis Vasilis – 318918836 / Shutterstock.com

Im Mittelpunkt der Trainingseinheit steht das Zusammenspiel der offensiven Mittelfeldspieler mit den Stürmern. Schon in der Aufwärmphase werden verschiedene Arten des Passes geübt, wobei unterschiedliche Kontaktvorgaben gelten. Im weiteren Verlauf des Trainings kommen die Laufbewegungen der Stürmer und der Torschuss hinzu. Ziel ist es, das Timing der Spieler zu verbessern und das gruppentaktische Spielverständnis zu fördern.

Wertvolle Trainingseinheit, auch für die Nationalmannschaft

Das Passspiel gehört zu den heikelsten Situationen eines Fußballspiels. Deshalb wird auch die deutsche Nationalmannschaft das Zusammenspiel intensiv üben. Jogis Team bereitet sich gegenwärtig im Trainingslager im Ascona auf die kurz bevorstehende Europameisterschaft 2016 in Frankreich vor. Auch wenn die deutsche Mannschaft zu den Top-Favoriten zählt, allein das Training genügt jedoch nicht. Erst in den Testspielen, haben die Trainer Gelegenheit zu überprüfen, ob das Passspiel auch in den realen Spielbegegnungen funktioniert. Weitere Trainingseinheiten des DFB finden Sie auf fussball.de.

Fußball-Europameisterschaften seit 1960
JahrGastgeberlandSieger2. Platz
1960FrankreichSowjetunionJugoslawien
1964SpanienSpanienSowjetunion
1968ItalienItalienJugoslawien
1972BelgienBundesrepublik DeutschlandSowjetunion
1976JugoslawienTschechoslowakeiBundesrepublik Deutschland
1980ItalienBundesrepublik DeutschlandBelgien
1984FrankreichFrankreichSpanien
1988Bundesrepublik DeutschlandNiederlandeSowjetunion
1992SchwedenDänemarkDeutschland
1996EnglandDeutschlandTschechien
2000Belgien/NiederlandeFrankreichItalien
2004PortugalGriechenlandPortugal
2008Österreich/SchweizSpanienDeutschland
2012Polen/UkraineSpanienItalien

Aufwärmen I: Passen und Annehmen

Los geht es mit einer ersten Aufwärmrunde, bei der das Passen und Annehmen trainiert wird. Dazu werden an der Strafraumgrenze insgesamt acht Positionshütchen in V-Form aufgestellt (2x 4 Hütchen). An jedem dieser Hütchen steht ein Spieler. Gegenüber werden zwei Positionshütchen nebeneinander aufgestellt, hinter denen sich die andere Hälfte der Trainingsteilnehmer versammelt.

Ein Spieler an den beiden Starthütchen bekommt den Ball und passt zu einem beliebigen Spieler in der V-Aufstellung. Dieser nimmt den Ball an und passt direkt zurück. Mit dem zweiten Schuss passt der Startspieler zu einer neuen Position innerhalb der V-Stellung. Dieser Spieler spielt nun nicht mehr zum abgebenden Startspieler zurück, sondern zur zweiten Gegenüberposition. Der Startspieler macht Platz für einen Nachrücker und reiht sich hinten ein. Der zweite Passgeber schießt nun ebenfalls zwei beliebige Spieler in der V-Aufstellung an, bevor wiederrum sein Nebenmann zum Zug kommt und er sich hinten einreiht.

Im Verlauf der Übung sollen die Zuspieler angehalten werden, Augenkontakt zu den Passempfängern herzustellen. Die Passempfänger sollten deutliche Konterbewegungen ausführen. Spätesten nachdem das Spielerkarussell einmal durchgelaufen ist, muss der Trainer auf schnelle Positionswechsel achten. Durch das erhöhte Tempo des Ballwechsels darf die Präzision des Zuspiels nicht leiden.

Aufwärmen II: Passen mit Positionswechsel

Der Aufbau wird beibehalten. Wieder hat einer der beiden Zuspieler den Ball. Er passt zu einem Spieler einer V-Seite, zum Beispiel der linken. Dieser prallt den Ball sofort zurück zum Zuspieler. Der passt nun zu einem beliebigen Spieler der anderen V-Seite. Nach dem Zuspiel wechselt er von seinem Hütchen zum danebenstehenden und nimmt dort den sofort zurückgeprallten Ball wieder an. Er passt nun erneut zur anderen V-Seite und macht Platz für den hinter ihm stehenden Spieler für die nächste Runde.

Jeder Zuspieler hat also drei Ballkontakte und einen Positionswechsel. Die Spieler sollen im Direktspiel agieren, der Trainer muss auf schnelle Positionswechsel drängen. Jeder Spieler muss mal Passgeber und mal Passempfänger sein.

Hauptübung I: Pass in die Tiefe und Torschuss I

Für die Hauptübung wird der Aufbau aus der Aufwärmphase weitgehend beibehalten. Statt zwei gibt es nun allerdings nur noch ein Starthütchen. Zusätzlich wird auf der Grundlinie ein Tor samt Torhüter aufgestellt. Der Trainer bestimmt zwei Trainingsteilnehmer, die an den Positionshütchen im Strafraum Stellung beziehen. Die anderen Spieler verteilen sich auf die übrigen Positionen.

Der Startspieler hat den Ball und passt zum ersten Anspieler auf der einen Seite. Dieser lässt den Ball sofort zurückprallen. Der Startspieler passt zum zweiten Anspieler auf der anderen Seite. Danach rennt er unmittelbar aufs Tor zu und nimmt im Lauf den erneut zurückgeprallten Ball entgegen um damit aufs Tor zu zielen und den Durchlauf so abzuschließen.

Der nächste Startspieler rückt nach. Jeder Spieler sollte einmal jede Position und Aufgabe innegehabt haben. Der Trainer kann den Schwierigkeitsgrad durch Festlegen beliebig vieler Pflichtkontakte erschweren.

Hauptübung II: Pass in die Tiefe und Torschuss II

Auch für die zweite Hauptübung wird die Aufstellung weiterhin beibehalten. In der V-Stellung bleiben zwei Anspieler stehen, die übrigen Spieler stehen nicht mehr direkt an den Positionshütchen, sondern weiter außerhalb. Der Startspieler passt zu einem Anspieler nach Wahl. Der Passempfänger lässt den Ball direkt zurückprallen. Während dieses Ballwechsels läuft der andere Spieler um seine Reihe aus vier Hütchen Richtung Tor. Der Startspieler passt nun im Lauf zum befindlichen Anspieler, der den Ball annimmt und damit auf das Tor zielt. Der zweite Anspieler hat also einen Doppelpass lang Zeit, um seine Hütchen zu umlaufen und sich für den Torschuss aufzustellen.

Natürlich ist es auch hier wichtig darauf zu achten, dass jeder Trainingsteilnehmer mindestens einmal, besser mehrfach, jede Position innen hat. Das Tempo sollte nach den anderen Übungen bereits zu Beginn ein hohes Niveau haben. Dafür ist es wichtig, dass sich die freien Spieler zum fixen Nachrücken bereithalten. Außerdem sollten ausreichend Ersatzbälle vorhanden sein. Als Variationen kann der Trainer die Seiten des Anspiels fest vorgeben.

Abschlussspiel

Um das Geübte nun in einer Spielsituation zu festigen, wird ein 50 mal 50 Meter großes Feld markiert. Auf den beiden Grundlinien wird jeweils ein Standardtor aufgestellt. Die Trainingsteilnehmer werden in zwei Mannschaften eingeteilt. Jede Mannschaft stellt einen Torwart. Auf dem Platz stehen sieben gegen sieben, Torhüter eingeschlossen. Ein Tor ist nur gültig nach einem Anspiel in die Spitze mit direktem Prallenlassen durch den Passempfänger.

Im weiteren Verlauf kann das Abschlussspiel variiert werden, indem die Ballbesitzer mit maximal drei Kontakten agieren dürfen. Zum Ausklang des Spiels können die Regeln aufgehoben werden und es kann frei gespielt werden.

Gastbeitrag von Hans Maier

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