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Spielaufbau in der E-Jugend (7 gegen 7)

Die E-Jugend ist noch nicht die Zeit für mannschaftstaktisches Training. Da ja aber sowieso regelmäßig 7 gegen 7 gespielt wird, kann man aus der Not eine Tugend machen und aus dem Spiel taktische Elemente ableiten, die den Spielern wichtige Verhaltensweisen für den Spielaufbau vermitteln. Diese lassen sich gut mit technischen Inhalten verbinden:

  • spieloffene Stellung
  • Passwege in der Abwehr und ins Mittelfeld
  • Freilaufverhalten am Flügel und im Zentrum (auf Lücke)
  • Raumausnutzung

Spielaufbau ist immer ein Zusammenwirken von taktischen Verhaltensweisen und technischen Fähigkeiten. In der E-Jugend liegt der Fokus sicher auf letzteren. Jedoch kann man auch in dieser Altersklasse schon die Grundlage für die spätere taktische Ausbildung schaffen. Indem man die eigene „Mannschaftstaktik“ im 7 gegen 7 gezielt zu Ausbildungszwecken nutzt. Hier bieten sich einige Varianten an, die sich später im großen Spiel in nur leicht abgewandelter Form wiederfinden. Drei davon möchte ich hier exemplarisch darstellen.

Grundsätzlich ist es sinnvoll, die Breite des Spielfeldes durch 3 Spieler in Breitenstaffelung abzudecken. Ergänzend sollte man auch in der Tiefe über 3 Reihen verfügen (Torwart nicht mitgerechnet). Das kann aber auch dadurch geschehen, dass Spieler in bestimmte Räume laufen und muss sich nicht unbedingt in der Grundaufstellung widerspiegeln.

Folgende taktischen Grundprinzipien sollten in der E-Jugend trainiert werden:

1. Torhüter auf jeden Fall in der Spielaufbau einbeziehen, er ist keine Ballmaschine sondern ein normaler Mitspieler
2. Ausnutzen der Breite des Spielfeldes
3. Auf keinen Fall lang spielen bzw. den Torwart abschlagen lassen, dabei lernt keiner etwas
4. Überzahl herstellen im Abwehrbereich/gegenseitig unterstützen und sich anbieten
5. zunächst auf Ballbesitz spielen
6. ein erstes Gefühl für die richtige Staffelung (Breite und Tiefe) vermitteln (s.o.)

Hat man diese taktischen Grundprinzipen im Hinterkopf, so kann man in der zwei Jahren in der E-Jugend seine Spieler richtig fit machen, was grundlegende taktische Verhaltensweisen angeht. Auch wenn man – vor allem zu Beginn – durchaus mal das ein oder andere Tor mehr kassiert. Hier nun einige mögliche Varianten im Spielaufbau:

1. Torwart rückt auf zwischen Außenverteidiger, Innenverteidiger rückt vor die Abwehr (als quasi 6er).

Damit trainiert man – so man bereits einen festen Torwart hat – dessen Spielfähigkeit. Mit dieser Ausbildung des Torwarts in Feldspielertechniken und ansatzweise auch -taktiken kann man nicht früh genug beginnen. Denn technische Defizite können Torhüter später nur sehr mühsam aufarbeiten.

Taktisch gesehen ist hier interessant, dass der Mittelspieler sich quasi wie ein Sechser verhält und entscheidend zum Offensivspiel beiträgt. Er rückt mit nach vorne um das eigene Zentrum zu stärken. Der zentrale Stürmer bzw. Angreifer macht im Platz indem er weit vorne agiert. Aus einem grundsätzlichen 3-3-System wird so ein 2-3-1-System das mehr taktische Varianten zulässt aufgrund der besseren Breiten- und Tiefenstaffelung der Mannschaft.

Die beiden Außenverteidiger haben die Aufgabe vom Flügel aus den Ball sicher ins Mittelfeld zu tragen oder zu spielen – ob ins Zentrum oder weiter auf dem Flügel. Trägt einer der Verteidiger den Ball nach vorne, rückt der andere zur Mitte nach, um abzusichern.

Spielaufbau in der E-Jugend: Torwart und Außenverteidiger

Spielaufbau in der E-Jugend: Torwart und Außenverteidiger

Passende Übungen:

1. Passspiel-Spielverlagerung Verteidiger-TW (beidfüßig)

2. Ballmitnahme zur anderen Seite sowie schräg nach vorne am Flügel

3. Freilaufverhalten mit Gegner im Rücken

4. Aufdrehen und Tempo aufnehmen

2a. Außenverteidiger rücken auf die Halbposition ein, Außenspieler laufen sich schräg nach innen oder gerade nach hinten frei

Hier spielen die Außenverteidiger eher wie Innenverteidiger im 11 gegen 11, nämlich auf der Halbposition. Ihre Aufgabe ist es, entweder auf den sich außen zurückfallen lassenden Spieler zu spielen, oder ihn schräg auf die vordere Halbposition anzuspielen. Eine klassische Spielaufbauvariante, die man im 11 gegen 11 bei 4-4-2 -Systemen häufig sieht. Hier lassen sich sehr gut Verhaltensweisen wie Spielverlagerung, Andribbeln und das Passspiel über die mittlere Distanz trainieren und ins Spiel einbauen.

2b. Außenverteidiger rücken auf Halbposition, Außenspieler ballnah kommt auf Außenbahn zurück (quasi Außenverteidiger)

Diese Variante erfordert relativ weite Laufwege, aber als Vorbereitung für das Verhalten auf der Außenbahn im großen Spiel passt das ganz gut. Der Außenverteidiger zieht die Außenbahn frei (geht auf die Halbposition) und macht dadurch Platz für den Außenspieler, der sich weit zurückfallen lässt, um den Ball vom Torwart  oder Innenverteidiger abzuholen. Diese Form des Positionswechsels sorgt unter anderem auch dafür, dass Spieler Verhaltensweisen mehrerer Positionen lernen.

Spielaufbau in der E-Jugend: Innenverteidiger und Außenspieler

Spielaufbau in der E-Jugend: Innenverteidiger und Außenspieler

3. Spielverlagerung über 1 oder 2 Stationen

Hier muss zunächst kurz angespielt werden, idealerweise auf außen. Nun bieten sich Innenverteidiger oder Torwart an, um schräg nach hinten angespielt zu werden. Mit zwei Ballkontakten verlagern sie nun das Spiel schnell auf die andere Seite. Das klappt vor allem gegen Mannschaften, die schon ansatzweise ballorientiert spielen, sehr gut. Vorausgesetzt ist hier ein ordentliches Passspiel.

4. Rolle des Torwarts

Der Torwart spielt bei den Zahlenverhältnissen in der E-Jugend eine zentrale Rolle. Denn er kann, wenn er die technischen  Voraussetzungen erfüllt, den Spielaufbau quasi bestimmen. Das tut er, indem er

  1. seine Mitspieler dirigiert und Kommandos ruft
  2. die Bälle von hinten verteilt (er hat das Spiel vor sich)
  3. den Druck von seinen Mitspielern nimmt, indem er eine zusätzliche Anspielstation bietet.

Fazit: In der E-Jugend legt man die Grundlagen im Spielaufbau

Es ist hoch spannend, dass man schon im Kinderfußball auch taktisch gezielt auf spätere Altersklassen vorbereiten kann. Dabei kommt es nicht so sehr auf die Grundaufstellung, sondern vielmehr auf die gruppentaktischen Verhaltensweisen an (2 gegen 1-Situationen, 1 gegen 1). Bleibt man hier als Triner konsequent dran und arbeitet, sieht das, was die Jungs und Mädchen da spielen sehr schnell nach Fußball aus und sie entwickeln sich um einiges besser, als wenn es von hinten nur „Langholz“ gibt.

Autor:

DFB A-Lizenz, BDFL, Talentförderung, Mannheim.

2 Kommentare

  1. Kann mich nur anschließen wirklich sehr interessant.

Kommentare sind geschlossen.

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