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Aktionen des Torwarts im Fußballspiel – vom Torhüter zum Torspieler?

Hier beschäftigen wir uns mit der Frage, was wohl die häufigsten Aktionen eines Fußballtorwarts im Spiel sind. Nein, es sind nicht 100-prozentige Torchancen vereiteln und Unhaltbare halten! Im modernen Fußball muss der Torwart häufig wie ein Feldspieler agieren, ohne den Kern seiner Aufgaben, nämlich das Verhindern von Gegentoren, zu vernachlässigen.

Die üblicherweise häufigsten Torwartaktionen:

1 Ballannahme/Passen (flach)/Flugball
2 Abschlag/Abstoß/Abwurf
3 Fangen (endlich eine Torwarttechnik!)
… Springen, Hechten, Fausten, etc
… Kommunikation/Dirigieren,
… Stellungsspiel anpassen/kontrollieren

Er macht also grundsätzlich mehr als das Tor zu hüten. Vor diesem Hintergrund macht auch die immer mehr von offizieller Seite (Trainerausbildung, etc.) zu hörende Bezeichnung „Torspieler“ (sehr beliebt in Württemberg) Sinn. Aber dabei sollte man nicht vergessen, dass ein Torwart auch Bälle halten soll. Die entscheidenden Situationen im Fußball sind nämlich die, bei denen der Torwart Gegentore verhindert und Bälle abwehrt. Diese sind im Spiel jedoch eher selten.

Die wichtigsten Torwartaktionen (Torgefahr!):

1 Torschuss/Kopfball abwehren
2 1:1-Situationen
3 Flankenbälle fangen oder klären
4 Steilpässe hinter die Abwehr aufnehmen/klären


Wir halten fest:

  • Torhüter müssen gute Fußballer sein, weil sie häufig Feldspielertechniken anwenden müssen.
  • Torhüter müssen die Fähigkeit haben, auch bei langen Pausen im Spiel konzentriert bleiben zu können.
  • Torhüter haben einige wenige Aktionen, die aber ein Spiel entscheiden können.
  • Torabschlusstraining für die Feldspieler (hohe Wiederholungszahl) ist meistens kein Torwarttraining, da es nicht den oben aufgezeigten Anfoderungen gerecht wird.

Diese Entwicklung des Torwart ist gerade auch in der Bundesliga sehr deutlich zu sehen, wo man noch auf einige Vertreter der „alten Schule“ trifft (Wiese, Nikolov, Butt) und auf viele aufstrebende Nachwuchstorhüter, die auch hervorragend mit dem Ball umgehen können.

Interessant ist auch die Geschichte von Jens Lehmann, der als „alter“ Torhüter das ballorientierte und technisch versierte Spiel verinnerlicht und sich so den Stammplatz bei der WM 2006 gesichert hat. Hier hat er bestimmt von seiner Zeit bei Arsenal London unter Arsène Wenger profitiert.

Jugendspieler nicht nicht zu früh auf die Torhüter-Position spezialisieren

Gerade im unteren Juniorenbereich macht es deshalb als Trainer Sinn, Spieler nicht zu früh auf die Torwartposition zu spezialisieren, da darunter unter Umständen (muss nicht sein) die fußballerische Grundausbildung leidet. Vielmehr sollten Sie allgemein koordinativ und technisch weiterentwickelt werden. Hier kristallisieren sich dann wahrscheinlich automatisch Spieler heraus, die koordinativ sehr gut und gleichzeitig mutig genug sind, sich ins Tor zu stellen. Ab der D-Jugend (Empfehlung des DFB) können diese dann nach und nach zum festen Torwart gemacht und gezielt trainiert werden.

Autor:

DFB A-Lizenz, BDFL, Talentförderung, Mannheim.

2 Kommentare

  1. Pingback: Wie fördert man Spielintelligenz? | DIE WILDEN LÖWEN

  2. Sehr interessanter Beitag!
    Wobei man schon sagen muss, dass Lehmann von Anfang so gespielt hat, damals natürlich noch nicht so ausgereift und mit höhrer Fehlerquote, da diese Spielweise so schwer ist. Bei Arsenal hat er seinen Stil lediglich noch mal perfektioniert. Aber man kann durchaus sagen, dass Torhüter wie Lehmann und van der Sar diese Spielweise in dem Ausmaße erfunden und entwickelt haben. Leider wird das oft verkannt, obwohl genau das nun für die moderne Torwartausbildung der absolute Maßstab ist und die Topmannschaften bzw. diejenigen, die längerfristig erfolgreich sein wollen sich kaum mehr die veralteten Ehrmann-Schüler ins Tor stellen werden.

Kommentare sind geschlossen.

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