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Fußball-Torwarttaktik: Torverkleinerung bzw. Winkel verkürzen

Viele Tore aus spitzem Winkel fallen im Fußball schlicht, weil die Torhüter falsch stehen bzw. falsch reagieren. Hier zeigt sich oft, dass Fußball-Torhüter zu schnell runtergehen bzw. sich nach hinten fallenlassen, anstatt stehen zu bleiben und auf den Ball zu reagieren.

Diese Marotte findet sich bis in den Profibereich, ich bilde mir ein, das z.B. bei Tim Wiese immer wieder beobachtet zu haben.

Oft machen Torhüter auch den Fehler, den kurzen Pfosten abzudecken, statt (möglichst) genau auf der Winkelhalbierenden zu stehen. Stehen Sie genau auf der gedachten Linie zur Tormitte, dann spricht man von Torverkleinerung (früher hieß es auch „Winkel verkürzen“). Sinn und Ziel dieses taktischen Verhaltens ist es, das tatsächliche Tor (den Raum, in dem er den Ball unterbringen kann) für den Angreifer/Stürmer so klein wie möglich zu machen.

In einem bestimmten Winkelspektrum kann ein Torwart, der richtig steht und auf den Torschuss lauert, fast alle Bälle, die auf das Tor geschossen werden, durch Reaktionen mit Händen und Füßen klären (ohne zu springen bzw. zu hechten). Hierbei ist auch wichtig, dass der Torhüter auf den Schützen zugeht und reaktionsbereit ist: Wenn der Torschuss erfolgt, müssen Hände leicht über Hüfthöhe und hüftbreit, die Fußballen auf dem Boden und die Knie leicht gebeugt sein (Grundstellung des Torhüters).

Natürlich sind auch noch die Schusshärte und die Entfernung zum Ball entscheidend dafür, ob der Torhüter noch reagieren kann. Geht er dem Ball entgegen, hat er noch mehr Abwehrchancen.

Ich habe bei Youtube ein hervorragendes Video gefunden, das sich genau mit dieser taktischen Variante des Torwartspiels auseinandersetzt. Selbst bei dem kleinen Torhüter im Video ist kaum noch Raum vorhanden, um ein Tor zu erzielen (geht man mal davon aus, dass das Tor im Verhältnis viel zu groß für den Knirps ist). Vielen Dank an Steffen Reichel und die „Blaue Mauer“.

VIDEO: Torwarttraining – Torverkleinerung

Autor:

DFB A-Lizenz, BDFL, Talentförderung, Mannheim.

6 Kommentare

  1. Das größte Problem beim Rauslaufen ist doch, dass der Torwart eben in Bewegung ist. Dadurch kann ein guter Stürmer ihn auf dem falschen Fuß erwischen, und den Ball trotz verkürztem Winkel recht einfach einschieben.

    • Das stimmt. Aber gute Torhüter stehen schon wenn der Schuss kommt und können dann entsprechend reagieren. Die Kunst ist es also rechtzeitig reaktionsbereit sein und auch nicht zu früh zu reagieren (lange stehen bleiben), da der Schütze eventuell verzögert.
      Grüße,
      Daniel

  2. Super Danke!
    Also grundsätzlich maximal Breite und Tiefe schaffen und nur in Tornähe einrücken zwecks eigender Torgefahr?

  3. Hallo Daniel!
    Ich habe eine Frage zum 4-2-3-1 (Offensive):
    Wie “lange” bzw. bis wie nah vor das gegnerische Tor sollte der ballferne Aussenstürmer das Spiel so breit wie möglich halten indem er nicht einrückt sondern breit bleibt, wenn über den anderen Flügel angegriffen wird. Wann sollte er einrücken, um selber Torgefahr auszustrahlen bzw. um sich am Kombinationsspiel zu beteiligen?

    Liebe Grüße
    Felix

    • Hallo, die Frage passt zwar nicht zu diesem Artikel, aber nun gut… ;-)

      Ich finde, er sollte so lange breit machen, wie noch die Chance auf eine Spielverlagerung besteht.
      Sobald der Ball in Strafraumnähe ist bzw. sich eine torgefährliche Aktion abzeichnet, sollte er darauf lauern, entweder in die Tiefe ins Zentrum zu starten (Ball über die Abwehr bzw. Steilpass) oder bei einer Flanke direkt (am langen Pfosten) vor das Tor zu laufen. Wichtig dabei finde ich, dass er wirklich aus einer „langen“ Position kommt, weil er dann normalerweise aus dem Rücken des Verteidigers in den Ball starten und auch bei einer zu langen Flanke noch eingreifen kann.

      Grüße
      Daniel

Kommentare sind geschlossen.

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