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Passspiel: Übungen coachen – ganz oder gar nicht

Passen DFB Infoabend 05/2014

Passspiel ist ein zentrales und entscheidendes Element im Fußball und auch im Fußballtraining. Dennoch wird das Passspiel häufig vernachlässigt! „Vernachlässigt? – Aber wir trainieren doch jedes Training Passspiel und Ballannahme.“ Das mag stimmen, aber das Passspiel wird häufig nicht richtig und auch nicht durchgängig gecoacht. Viele Trainer machen halt eine Passübung, korrigieren aber nicht und achten nicht ausreichend auf die Passqualität (Präzision und Härte). Vernachlässigt wird also oft das „Wie“, nicht das „Was“.

Das gilt speziell auch für die Zeit, die die Spieler vor dem Training „frei“ auf dem Platz verbringen und auch für das Aufwärmprogramm vor dem Fußballtraining. Auch hier gibt es Trainer, die nicht coachen, teilweise mit der Aussage „Ist doch nur Aufwärmen.“ 

Passspiel immer coachen – vor allem auch beim Aufwärmen mit Ball

Beim Aufwärmen erhalten Spieler oft die Aufgabe, zu zweit oder zu dritt zu passen. Wenn man sich die Ausführung beim Passspiel anschaut, dann sieht man – auch im Leistungsbereich – ein eher schwaches Bild: zu lasch, ohne Körperspannung, unpräzise, ohne Bewegung. Und das führt dazu, dass zu Anfang des Fußballtrainings wertvolle Zeit verschenkt wird. Jeder Ballkontakt, der technische und koordinative Fähigkeiten nicht verbessert, ist nutzlos.

Aber anders herum gedacht: Wieso sollte die korrekte Passtechnik, die beim Aufwärmen zum Fußballtraining noch fast unbeachtet bleibt, im weiteren Verlauf des Trainings plötzlich wichtig sein? – Ich denke, das sollte sich nicht in den Köpfen der Spieler festsetzen. Sobald das Fußballtraining beginnt bzw. sobald ein Spieler den Platz betritt, wird von ihm höchste Konzentration erwartet, meines Erachtens auch unabhängig von der fußballerischen Leistungsfähigkeit.

Keine Wiederholungen und Zeit im Training verschenken

Deswegen sollte man als engagierter Fußballtrainer jede Situation im Fußballtraining, in der zu leicht, zu hart, zu ungenau gepasst wird, coachen bzw. die Spieler darauf aufmerksam machen. Letzeres genügt oft. Den Spielern muss klar sein, dass sie, sobald sie den Trainingsplatz betreten, ihre Aufmerksamkeit erhöhen und voll da sein müssen. Sie sollen sich ja konzentriert psychisch und physisch  auf das anschließende Fußballtraining bzw. die weiteren Trainingsinhalte vorbereiten. Das heißt konkret: wenn ich Passspiel trainiere, dann passe ich immer mit ausreichend Druck, höchstmöglicher Präzision und mit der richtigen/adäquaten Technik.

Für den Trainer hat diese Phase auch Bedeutung für die Mannschaftsführung: Er vermittelt Interesse an jedem Spieler und zeigt, worauf es ihm ankommt. Diese Aufmerksamkeit wird von vielen Spielern mit Einsatz und positivem Verhalten honoriert. Zudem erleichtert er seinen Spielern den Einstieg ins Fußballtraining, indem er sie früh „wachrüttelt“. Das Passspiel ist hier natürlich nur ein Beispiel. Genauso gilt das oben Gesagte für Dribbling und Ballannahme. Bei den Spieler muss Verständnis dafür geschaffen werden, warum diese Dinge jederzeit wichtig sind und dafür, dass sie keine Trainingszeit verschenken dürfen.

So wird das Passspiel besser:

  • technische Qualität beim Passspiel ist niemals egal
  • mit dem Betreten des Trainingsplatzes beginnt das Fußballtraining
  • Fehler beim Passspiel korrigieren, wenn man sie sieht
  • als Trainer hat man keine Zeit zu verschenken
  • „freie“ Zeit sinnvoll nutzen

Achtet man jederzeit auf technische Details und das Verhalten der Spieler, so wird sich das positiv auf das Verhalten der Spieler auswirken. Tut man es nicht, sind dem Chaos und dem Zerfall der Mannschaft Tür und Tor geöffnet (siehe Broken Windows-Theorie).

Autor:

DFB A-Lizenz, BDFL, Talentförderung, Mannheim.

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