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Trainingsplanung und Trainingsplan im Fußball

Trainingsplanung im Fußball d. h. einen Trainingsplan erstellen, ist – nicht nur im Fußball – eine der Hauptaufgaben des Trainers. Wobei er natürlich Teilaspekte davon an andere, etwa einen Athletiktrainer abgeben kann. Aber zunächst ist es der Cheftrainer, der den Überblick über die Entwicklung der Mannschaft haben sollte und der auch für den Erfolg und die Entwicklung der einzelnen Spieler verantwortlich ist. Grundlage von gutem Training ist ein konsistenter Plan, bei dem die einzelnen Elemente inhaltlich, zeitlich und von Ihrer Belastungsintensität gut zusammenpassen. Und damit zu einigen Eckpunkten, Elementen und Vorgehensweisen bei der Trainingsplanung.

Fragen zur Diskussion:
Wie macht ihr eure Trainingsplanung bzw. habt ihr einen langfristigen Plan für euer Training?
Was fällt euch dabei am leichtesten/schwersten?
Haltet ihr eure Planung schriftlich fest?
Nutzt ihr Software zur Trainingsplanung? Welche?
Trainingsplanung muss altersgerecht sein!

Trainingsplanung muss altersgerecht sein!

Trainingsplanung braucht ein Ziel

Die Führung einer Mannschaft dient im Fußball fast immer einem Ziel, sei es ein Ergebnisziele oder ein Prozessziele. Ergebnisziele sind fast selbsterklärend, es geht darum, etwas zu erreichen, z. B. zu gewinnen, aufzusteigen, Dritter zu werden, etc. Prozessziele sind etwas anders aufgebaut. Hier geht es darum, bestimmte Elemente des Prozesses „Fußballspielen“ zu verbessern, um die Chance auf bessere Ergebnisse zu haben. Beispielsweise sind Prozessziele: Verteidigungsverhalten verbessern, mehr miteinander sprechen, Passquote verbessern, weniger Gegentore nach Ecken kriegen. Man fokussiert sich darauf, einen Aspekt zu verbessern und hofft auf eine positive Auswirkung auf die Ergebnisziele. Eine Garantie gibt es nicht, aber Prozessziele sind sehr viel konkreter und können oft direkt in der Trainingsplanung abgebildet bzw. verwendet werden. Will man also nicht absteigen, ist es gut, weniger Spiele zu verlieren, dabei helfen wenige Gegentore und deshalb kann ein Prozessziel sein, die Gegentore nach Standards zu verringern. Ein weiteres dazu passendes Ziel ist es, die Verteidigungsarbeit der Viererkette zu verbessern.

Trainingsziele reichen nicht für die Planung

Denn um zu wissen, wo man Trainingsschwerpunkte setzen sollte, muss man nicht nur wissen, wo man hin will. Sondern genauso gut, wo man steht. Das heißt, der gegenwärtige Leistungszustand mit allen Stärken und Schwächen der eigenen Mannschaft muss relativ detailliert klar sein. Dazu gehören Stärken und Schwächen der einzelnen Spieler, die Leistung der einzelnen Positionsgruppen und Kommunikationsprozesse innerhalb des Teams. Denn das alles beeinflusst die Leistung der Mannschaft und sollte in der Trainingsplanung und arbeit berücksichtigt werden. Dazu braucht es zunächst Zeit für eine eingehende Analyse, insbesondere, wenn man eine Mannschaft gerade neu übernimmt.  Interviews mit Spielern und Funktionären, die die Mannschaft schon länger kennen, können hier helfen. Dennoch sollte man sich eine eigene Meinung bilden. Oft blühen Spieler, die aufgrund schlechter Leistungen oder großer Schwächen abgeschrieben waren, unter einem neuen Trainer wieder auf.

Zeithorizonte bei der Trainingsplanung

Wie in der Unternehmensführung und der strategischen Planung allgemein, unterscheidet man hier zwischen kurz-, mittel- und langfristigen Zielen.  Kurzfristige Ziele beziehen sich meist auf die Trainingswoche oder das nächste Spiel. Mittelfristige Ziele sind irgendwo zwischen der Wettkampfperiode (z. B. Vorbereitung) und der Gesamtsaison verortet. Langfristige Ziele gehen über eine oder sogar mehrere Saisons hinaus. Im Jugendbereich, wo die Ausbildung im Vordergrund steht, sind langfristige Ziele immer auch Entwicklungsziele einzelner Spieler. Nimmt ein Trainer das ernst, trennt er die langfristige Entwicklungsplanung der Spieler von der der Mannschaft. Denn wenn ein Wechsel , etwa in ein Leistungszentrum, ansteht, sollte man die Spieler gehen lassen und sie bis dahin bestmöglich vorbereiten auf diese Aufgabe.

Beispiele:

  • kurzfristig – am Sonntag kein Gegentor kriegen, d. h. gut und aktiv verteidigen
  • mittelfristig – Defensivverhalten insgesamt verbessern und stabilisieren
  • langfristig – (Vereins-)Spielphilosophie der starken Defensive und gefährlichen Umschaltspiels verinnerlichen

Zielkonsistenz und Zielkonflikte

Oft ist es so, dass die kurzfristige, mittelfristige und langfristige Trainingsplanung zueinanderpassen. Aber manchmal ist man von den Nöten des Alltags getrieben und muss eher taktisch als strategisch agieren. D. h. beispielsweise, man trainiert eine Woche lang nur auf den kommenden Gegner hin, obwohl die Inhalte weder der Philosophie entsprechen, noch in den mittelfristigen Trainingsplan passen. Hier und da geht es eben einfach darum, Spiele zu gewinnen. Manchmal gelingt es trotzdem, den Trainingsplan so anzulegen, dass man passenden Elemente dann eben vorzieht. Wenn ich sowieso am Sonntag gegen die stärkste Mannschaft der Liga spiele und irgendwann nochmal das Verteidigen mit einer dichten Fünferkette + Viererkette im Mittelfeld trainieren wollte, dann kann ich ja jetzt damit anfangen…

Trainingsplan erstellen

Abgeleitet von den Zielen, im Juniorenbereich den Ausbildungszielen für die jeweilige Altersklasse, erstellt der Trainer den Trainingsplan für seine Mannschaft als Ganze und daneben auch für einzelne Spieler. Das kann in einer rollierenden Planung geschehen, d. h. je näher man an die einzelnen Trainingsblöcke kommt, desto detaillierter ist die Planung. Ansonsten bewegt man sich eher auf einer groben Inhaltsebene („Defensivverhalten“, „Umschaltspiel„, „Passtechniken“).

Entwicklungspläne für Spieler und regelmäßiges Feedback

Entwicklungspläne für einzelne Spieler enthalten Ziele, wichtige Inhalte und Vereinbarungen, was der Spieler zu tun hat, um die Ziele zu erreichen. Der Trainer gleicht mit ihm regelmäßig seine Fähigkeiten und Leistungen mit dem gewünschten Zielzustand ab und passt diesen ggf. an. Grundlage kann ein Scoutingbogen sein. Das Verschriftlichen sorgt für eine höhere Verbindlichkeit und hat zusätzlich den Vorteil, dass man sich immer wieder sehr einfach vor Augen rufen kann, wo man hin möchte und was man dafür tun sollte.

Wie fange ich praktisch an (Kinder- und Jugendbereich)?
Entwicklungsziele der Altersklasse als Grundlage nehmen
Soll – Ist – Abgleich machen durch Trainingseinheiten und Testspiele
Wichtigste Themen als grobe Blöcke (3-4 Wochen) planen
Individuelle Entwicklungsziele festlegen
Während und nach jedem Block die Entwicklung der Spieler beobachten und festhalten
Themen immer wieder einfließen lassen während der Saison
Ein normaler (Wand-)Kalender reicht für die Grobplanung!

Und nicht vergessen: Der Erfolg stellt sich nicht von Heute auf Morgen ein. Aber mit etwas Geduld lässt sich viel erreichen.

Autor:

DFB A-Lizenz, BDFL, Talentförderung, Mannheim.

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