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Futsal-Regeln: Das ist wichtig.

Das Dokument zu den Futsal Regeln des DFB hat fast 170 Seiten! Das spricht nicht unbedingt dafür, dass es sich bei Futsal um ein einfaches Spiel handelt. Und wer zum ersten Mal aktiv Futsal spielt, der wird einiges nicht gleich verstehen und sich erst einmal an die Regeln gewöhnen müssen.

Futsal-Regeln: Mit Sinn und Verstand:

Aber ist man in Futsal erst einmal ein bisschen drinnen, dann merkt man nach und nach, dass viele Futsal Regeln sinnvoll sind, weil sie Probleme des „großen“ Fußballs, vor allem auch des traditionellen Hallenfußballs lösen“. Das möchte ich an dieser Stelle erläutern, besonders auf den Nutzen für die Ausbildung der Spieler bezogen. Insofern finde ich, Futsal sollte flächendeckend verpflichtend eingeführt werden und nicht nur als freiwilliges Angebot gesehen werden.

Futsal-Rahmenbedingungen:

  1. Spiel ohne Bande: Das bringt die Kinder dazu, keine Notlösungen (z. B. Doppelpass mit der Bande) zu nutzen, die im normalen Fußball nicht vorkommen. Dadurch entwickeln sie ein realistisches Raumgefühl und lernen mit dem begrenzten Raum um zugehen.
  2. Kleinerer Ball (Größe 4 oder 3), der weniger springt. Es ist dadurch besser zu kontrollieren, die Spieler heben mehr den Blick und trainieren so ihre Übersicht und Orientierung.
  3. Futsal wird auf Handballtore (3*2 Meter) gespielt, das entspricht eher der Größe der Spieler im Kinderbereich, so dass eine gewisse Chancengleichheit zwischen Torwart und Stürmer erreicht wird. Das ist bei Jugendtoren nicht der Fall.
  4. Spielfeldgrößen im Vergleich:
    1. Futsal (5 gegen 5): 42*25 m² = 1.050 m² entspricht 105 m² pro Spieler
    2. E-Jugend (7 gegen 7): 55*35 m² = 1.925 m² entspricht 138 m² pro Spieler
    3. D-Jugend (9 gegen 9): 70*50 m² =3.500 m² entspricht 194 m² pro Spieler
    4. ab C-Jugend (11 gegen 11): 105*68 m² = 7.140 m² entspricht 325 m² pro Spieler
      Durch den engeren Raum in Verbindung und die geringere Spielerzahl müssen die Spieler sich beim Futsal schneller entscheiden, haben mehr Ballkontakte und so mehr Entwicklungsmöglichkeiten.

Futsal-Regeln im Spielablauf:

  1. Zeitdruck bei Einkicken, Eckball und Torabstoß: Spieler haben maximal 4 Sekunden Zeit, wenn der Schiedsrichter den Ball freigegeben hat. Das fördert die frühe Orientierung und das schnelle Umschalten. Gleichermaßen müssen ständig alle Spieler spielbereit sein und sich aktiv freilaufen. Das kann bei den Kleinen zu einer gewissen Überforderung führen, aber nach einer Zeit ergibt sich ein enormer Lernprozess, von dem sie in allen Fußballspielen profitieren können.
  2. Einkicken statt Einrollen, und das mit 5 Metern Abstand des nächsten Verteidigers. Das vereinfacht die Spielfortsetzung.
  3. Zehn-Meter-Strafstoß für den Gegner ab dem 5. Mannschaftsfoul innerhalb einer Halbzeit: Der Ball liegt auf der 10-Meter-Linie und es darf keine Mauer gestellt werden. So lernt man, sich in Zweikämpfen geschickt zu verteidigen und nur zu attackieren, wenn man sich sicher ist den Ball (fair) zu gewinnen. Bei undiszipliniertem Verhalten fängt man sich so wahrscheinlich unnötige Gegentore.
  4. Bei Futsal gilt die reine Spielzeit bzw. Nettospielzeit (max. 2 x 20 Minuten): Bei jeder Spielunterbrechung wird die Zeit sofort angehalten. durch die unter 4. gezeigte Regel, wird trotzdem schnell weitergespielt.
  5. Jede Mannschaft kann pro Halbzeit eine Auszeit von 1 Minute nehmen (nur bei eigenem Ballbesitz). Das kann der Trainer nutzen, seine Mannschaft kurz zu sammeln und neu einzustellen. Das könnte auch für den Fußball eine sinnvolle Regelergänzung sein.
  6. Die Futsal-Rückpassregel sorgt dafür, dass Spieler auch in Gleichzahl (ohne den Torwart einzubeziehen) Lösungen für Spielsituationen finden müssen. Der Torwart darf nur angespielt werden, wenn er sich in der gegnerischen Hälfte befindet oder wenn dazwischen ein Gegner am Ball war.
  7. Grätschen sind nur erlaubt, um den Ball zu blocken. Das sorgt für deutlich weniger Verletzungsgefahr bei den Spielern.

Die gesamten Futsal-Regeln zum Download:

Nach anfänglicher Skepsis muss ich sagen, dass ich Futsal mittlerweile sinnvoller finde als den traditionellen Hallenfußball. Das Spiel ist technisch herausfordernder, schneller und erfordert mehr Aufmerksamkeit von den Spielern. Der ständige Versuch, aus der zweiten Reihe zum Torabschluss zu kommen, wird verhindert. Dazu kommt, dass der Aufwand bzgl. Toren, Banden, etc. viel geringer ist. Ein guter Grund für Vereine, vielleicht sogar eine eigene Futsalmannschaft zu melden.

Und: Es schadet Kindern und Jugendlichen nicht, wenn sie sich auch einmal ein paar komplexere Regeln merken müssen!

Autor:

DFB A-Lizenz, BDFL, Talentförderung, Mannheim.

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