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Sportmotorischer Leistungstest des DFB

Der sportmotorische Test des DFB ist ein regelmäßiger Leistungstest am Stützpunkt und für Junioren in den Nachwuchsleistungszentren. Die Spieler werden (bei DFB Stützpunkten) zweimal im Jahr getestet, immer mit dem gleichen Aufbau. Dabei werden Technik, Koordination und Schnelligkeit getestet. Der sportmotorische Test des DFB findet meist in der Halle statt, da hier die Bedingungen am ehesten reproduzierbar sind (Bodenbelag). Die Auswertung bzw. die Ergebnisse sind so valider.

Teststationen sportmotorischer Test

Beim sportmotorischen Test müssen die Spieler sich in 5 verschiedenen Stationen bzw. Disziplinen testen lassen:

  1. Schnelligkeit auf 10m und 20m (lineare Schnelligkeit). Die Spieler müssen einen geraden Sprint ausführen (stehender Start). Es wird die Zeit für 10 Meter und 20 Meter gemessen.
  2. Gewandheit (ohne Ball) im Laufparcours (azyklische Schnelligkeit). Die Spieler müssen 6 Stangen in der vorgegebenen Reihenfolge so schnell wie möglich umlaufen.
  3. Dribbling (gleicher Parcours wie bei Gewandtheit). Die 6 Stangen müssen mit Ball so schnell wie möglich umrundet werden.
  4. Ballkontrolle (Passen und Ballannahme). Die Spieler müssen den Ball schnellstmöglich 6 mal aus der Drehung an zwei gegenüberliegende Bierbänke spielen, jeweils aus einem markierten Quadrat heraus. Am Ende muss der Ball gestoppt werden („Fuß drauf.“)
  5. Jonglieren/Ballhochhalten. Der Ball muss abwechselnd mit dem linken und rechten Fuß jongliert werden, dabei müssen die Spieler einen 8er-Parcours durchlaufen. Es zählt die Anzahl der umrundeten Hütchen (maximal 45 Sekunden Zeit).
Leistungstest DFB - Lichtschranke

Leistungstest DFB – Lichtschranke

Früher wurde noch ein Torschusstest durchgeführt, der mittlerweile ersatzlos gestrichen wurde (wegen zweifelhafter Aussagefähigkeit und mangels alternativer Tests). Die Spieler haben an jeder Station zwei Versuche. Die Vorgaben müssen dabei streng eingehalten werden, um valide Daten zu erhalten. Was genau bei den Tests beachtet werden muss und wie der Aufbau der Stationen zu erfolgen hat, zeigt  etwa der Badische Fußballverband auf seiner Website.

Auswertung des Tests und Verwendung der Daten

Aus Sicht des DFB Stützpunktes: Vergleichbarkeit zwischen den Stützpunkten bzw. mit den Durchschnittswerten der Stützpunkte. Gleichzeitig Einordnung des Spielers innerhalb des Stützpunktes und Vergleich mit der Leistungsfähigkeit der DFB-U-Nationalspieler.

Die Spieler erhalten eine präzise Rückmeldung über ihre momentane Leistungsfähigkeit und ihre Entwicklung seit dem letzten sportmotorischen Test. Das heißt allerdings auch, dass ein schlechter Tag oder eine Verletzung sich direkt auf das Ergebnis auswirkt.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Spieler sehr interessiert an den Testergebnissen und der Auswertung sind und sich das gern erklären lassen. Wie die Auswertung im Einzelnen aussieht und was sich aus den Ergebnissen ablesen lässt, findet ihr hier.

Fazit/Bewertung des sportmotorischen Tests

Der Test hat sicherlich den Vorteil, dass er relativ leicht bundesweit einheitlich durchgeführt werden kann. Noch dazu hält sich der Testaufand in Grenzen. Innerhalb von drei Stunden lassen sich etwa 100 bis 120 Spieler sportmotorisch testen. Insofern ist der Test sehr effizient.

Dazu kommt die gute Vergleichbarkeit der Daten, die den Spielern einen guten Überblick über ihren derzeitigen Leistungsstand bezogen auf Schnelligkeit, Koordination und Technik (Passen und Ballannahme) gibt. Darüber hinaus können sie ihre Entwicklung recht gut nachverfolgen.

Für Trainer sind die Ergebnisse eine gute Möglichkeit, mit den Spielern über Stärken und Schwächen zu sprechen. Auf dieser Basis kann man gezielt an der Leistungsentwicklung arbeiten.

Einschränkend muss man sagen, dass vor allem an den Stützpunkten doch viele Spieler getestet werden, die niemals auch nur in die Nähe eines Leistungszentrums oder einer U-Nationalmannschaft kommen werden. Das heißt, man arbeitet leistungsdiagnostisch zunächst mit der Gießkanne.

Insgesamt gilt „Jeder Test ist besser als kein Test.“ Das gilt auch für Shuttle Run- Test und Cooper-Test. Denn im Bereich datenbasiertes Arbeiten ist in Deutschland durchaus noch Luft nach oben. Zu Vieles wird noch intuitiv entschieden. M. E. nach muss die Intuition des Trainers durch objektive Daten ergänzt werden, um eine optimale Ausbildung der Spieler bzw. Talentförderung zu ermöglichen.

Autor:

DFB A-Lizenz, BDFL, Talentförderung, Mannheim.

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