Suche
  • Fußball - Training und Taktik:
  • Fußball-Training, Trainer, Fußball-Fachwissen.
Suche Menü

Deutsche Tugenden – reloaded

Das neue sportliche Leitbild des Deutschen Fußballbundes („Unser Weg“)  beschäftigt sich nicht nur mit defensiven, offensiven und übergeordneten Leitlinien. Sondern es hat auch einen neue Basis, die „Deutschen Tugenden 2.0“.

Ob der Begriff so sexy ist, sei dahingestellt. Ich glaube, Begriffe mit „2.0“ sind eher schon seit ein paar Jahren wieder aus der Mode. Aber der DFB ist ja auch klein kleines Startup, sondern wirklich eher eine Behörde. Inhaltlich lässt sich an den neuen deutschen Tugenden zunächst nichts aussetzen. Denn sie greifen einige Punkte auf, die man auf Basis der Eindrücke aus den U-Nationalmannschaften und der Talentförderung als Schmerzpunkte des deutschen Fußballs bezeichnen könnte.

Wir haben – wenn – dann nicht mehr wie früher eine technisches oder taktisches Problem, sondern ein Mentalitätsproblem. Junge Spieler können, so hört man, nicht mehr so beißen wie früher, sie quälen sich nicht mehr so gern. Dafür gibt es sicher gute Gründe, die man nicht mehr so einfach rückgängig machen kann: größerer Druck in der Schule, viele andere Möglichkeiten, ihre Freizeit zu verbringen, Eltern, die ihre Kinder in rosa Zuckerwatte packen und ihnen alles hinterher tragen.

Hier die 10 deutschen Tugenden aus Sicht des DFB:

  • Disziplin
  • Mut
  • Zielstrebigkeit
  • Bereitschaft
  • Widerstandskraft
  • Teamgeist
  • Respekt
  • Optimismus
  • Kommunikation
  • Leidenschaft

Quelle: dfb.de/fußballtraining 07/2016

Diese deutschen Tugenden kommen aus dem individuellen charakterlichen Bereich (Werte), dem psychischen Bereich (Einstellung) und dem sozialen Bereich (zwischenmenschliche und Führungsqualitäten).

Deutsche Tugenden wieder stärker fördern

Die Betonung dieser Tugenden ist wohl weniger auf den puren Mangel daran zurückzuführen. Eher vielleicht auf die Tatsache, dass viele davon in den letzten Jahren in der Talentförderung und leistungsorientierten Trainingsarbeit nicht den Stellenwert hatten, den es vielleicht braucht, um langfristig erfolgreich zu sein im Spitzenfußball. Vor allem Bereitschaft, Widerstandskraft und Leidenschaft sehe ich in vielen Bereichen des Kinderfußballs schon etwas unterbetont. Viele der Kleinen, z. B. in Stützpunkten und in Leistungszentren, leben in einer relativ fluffigen Welt, in der sie umsorgt und gepampert werden, wo es nur geht. Das passt nicht besonders gut mit dem Anspruch des Leistungssports zusammen. Bei aller Pädagogik sind es nämlich hier immer noch eher archaische Eigenschaften und Fähigkeiten, die zum Erfolg führen.

Und immer dran denken: „Die Einstellung ist wichtiger als die Aufstellung“ und „Wille schlägt Talent“.

Autor:

Schwarzmaler, Chefkritiker, A-Lizenz

Cookieverwendung für: personalisierte Anzeigen und Inhalte | Funktionen für soziale Medien | Webanalyse.