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Kadergröße im Juniorenfußball – keine leichte Entscheidung für Trainer.

Nachdem fast jede Mannschaft in der Winterpause Ab- und Zugänge zu verzeichnen hat, stellt sich, insbesondere im leistungsorientierten Juniorenfußball die Frage nach der angemessenen Kadergröße. Bei so manchem Trainer schlagen dann zwei Herzen in der Brust. Einerseits möchte man so viele gute Fußballspieler wie möglich in seiner Mannschaft haben, andererseits ist klar, dass man nicht jedem Spieler ausreichend Spielpraxis bieten kann. Erst einmal spielen nur die Besten. Ich gehe hier davon aus, dass beim Spiel maximal 18 Spieler auf dem Spielberichtsbogen stehen können.

Ein kleiner Kader birgt das Risiko, dass bei Verletzungen oder Krankheit zu wenige Spieler zur Verfügung stehen, so dass man beim Spiel nicht aus dem Vollen schöpfen kann. Dadurch verringern sich die Möglichkeiten taktischer Wechsel und unter Umständen auch bei der Wahl des Spielsystems. Darüber hinaus sind bestimmte Trainingsformen (große Spielformen, Spiel über den ganzen Platz) nicht umsetzbar, wodurch die Motivation leiden kann. Außerdem kann der geringere Konkurrenzdruck leistungsmindernd wirken.

Zwei Torhüter sind unbedingt notwendig

Förderlich für die Qualität des Trainings ist es, wenn mindestens zwei Torhüter im Kader sind. Insbesondere für Spielformen mit vielen Torabschlussituationen ist es unerlässlich, dass ein „echter“ Torwart im Tor steht. Bei drei Torhütern lässt sich zudem sehr gut eine Aufteilung in eine Übungs- und eine Spielgruppe vornehmen (Stichwort „Stationentraining“). Allerdings gelten auch hier die oben genannten Schwierigkeiten bzgl. der Spielpraxis. Im Torhüterbereich sind Wechsel noch seltener als bei Feldspielern, wenn sich einer der Torhüter mal durchgesetzt hat.

Umgang mit den Reservisten

Zu beachten ist hier auch, was für Spieler man hat, denn der Umgang der nicht berücksichtigten Spieler mit ihrer Reservistenrolle ist eindeutig eine Charakterfrage. Nicht jeder schafft es, sich weiter zu motivieren, wenn er über einen längeren Zeitraum nicht spielt. Als Trainer muss man den betroffenen Spielern eine Perspektive aufzeigen. Den Spielern muss klar sein, was man von ihnen erwartet und wie sie diese Erwartungen erfüllen können (realistische Zielsetzung). Die Entwicklung muss immer wieder mit den Spielern besprochen werden. Es hilft auch, regelmäßig Testspiele in den wöchentlichen Trainingsplan einzubauen, bei denen die Spieler aus der zweiten Reihe zum Zug kommen. So können sie Spielpraxis sammeln und sich unter Wettkampfbedingungen beweisen.

Ich arbeite momentan mit einem zugegeben etwas knappen 14+1-Kader, kann jedoch regelmäßig auf Unterstützung von anderen Mannschaften zählen. Schwierig ist jedoch wie oben beschrieben die Torwartsituation. Ein idealer Kader hat für mich 18 Feldspieler, 2 Torhüter und vielleicht noch einen zusätzlichen jüngeren Torhüter mit Perspektive, der immer wieder mittrainiert. Vor der letzten Saison hatte ich einen 20+2-Kader zusammengestellt, der sich dann allerdings im Laufe der Saison als zu groß herausgestellt hat.

Hier würde mich interessieren, mit welchen von Kadergrößen ihr Trainerkollegen so arbeitet und wie eure Erfahrungen sind … bitte die Kommentarfunktion nutzen.

Autor:

DFB A-Lizenz, BDFL, Talentförderung, Mannheim.

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