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Teambuilding im Jugendfußball

Teambuilding ist ein ziemlich altes Konzept im Fußball: „Elf Freunde müsst ihr sein“ lautete die romantische Devise in den 1950er Jahren. Der legendäre Sportreporter Sammy Drechsel lieferte den gleichnamigen Fußballroman dazu und die großartige Zeitschrift 11Freunde benannte sich ein paar Jahrzehnte nach diesem Wahlspruch. Ob damals tatsächlich alle Spieler einer Mannschaft auch Freunde waren, sei dahingestellt.

Unbestritten ist jedenfalls die Erkenntnis, dass für den Erfolg einer Elf der Teamgeist eine oft entscheidende Rolle spielt. Das trifft auch auf den Nachwuchsbereich zu. Gerade im Übergangsalter zwischen D- und C-Jugend werden wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Mit speziellen Übungen kann ein Trainer das Teambuilding und den Teamgeist natürlich beeinflussen. Und man kann durch geschickt eingestreute Übungen zum Teambuilding das Training abwechslungsreicher machen. Ich persönlich bevorzuge aber dennoch das „natürliche“ Teambuilding, das in der intensiven Trainingsarbeit und der Art und Weise, wie ich mit meinem Spielern umgehe, (fast) automatisch abläuft.

Vier Dinge halte ich dabei für das Teambuilding für so entscheidend, dass sie jeder Spieler verinnerlichen muss:

  1. Die Mannschaft als Einheit bzw. Gesamtheit ist wichtiger als einzelne Spieler.
  2. Jeder Spieler ist als Individuum wichtig, muss sich aber den Zielen der Mannschaft unterordnen.
  3. Teamgeist ist auf dem Platz entscheidend, das heißt aber nicht, dass jeder mit jedem befreundet sein muss. Eine Verständigung auf gemeinsame sportliche Ziele ist oft schon ausreichend.
  4. Für mich als Trainer ist die Mannschaft wichtiger als alle anderen (Interessen-)Gruppen im Verein. D.h. ich werde mich zuerst und solange es für mich vertretbar ist, für alle Spieler einsetzen und sie in Schutz nehmen. Dieser Punkt ist aus meiner Sicht aus äußerst wichtig, weil echter Teamgeist in der Mannschaft und auch zwischen Mannschaft und Trainer nur bei absolutem und zunächst bedingungslosem Vertrauen entstehen kann.

Die Spieler müssen für sich entscheiden, wie viel sie zum Mannschaftserfolg bzw. zum Teambuilding beitragen wollen und wieviel Unterstützung sie ihren Mitspielern geben. Natürlich müssen sie diese Fragen nicht verbal beantworten, sondern durch ihr Verhalten auf und neben dem Platz.

Das natürliche Teambuilding im Jugend-Fußball kann selbstverständlich durch bestimmte Übungen unterstützt werden. Für am effektivsten halte ich hier „normale“ Übungen und Spielformen, die die Spieler zur Teamarbeit zwingen und sie dafür belohnen.

Kleine Gruppen erleichtern das Teambuilding

Wird oft in kleinen Gruppen mit hohem Wettbewerb trainiert, so kann das einen sehr positiven Effekt auf das Teambuilding haben. Die Spieler sind zur Zusammenrbeit gezwungen, keiner kann sich verstecken. Funktioniert das Zusammenspiel in der Kleingruppe, kommt das auch später im gesamten Team positiv zum Tragen. Übungen zum Teambuilding können unterschiedliche Ziele anstreben. So schafft ein Spiel in Über- oder Unterzahl Solidarität und Selbstvertrauen. Man kann die Teams in Gleichzahl einteilen und während der Übung abwechselnd einen oder mehrere Spieler Lauf- oder Technikaufgaben absolvieren lassen. Je schneller er ist, desto weniger Zeit muss sein Team in Unterzahl spielen (zwei Runden spielen lassen, jedes Team einmal in Unterzahl). Hier erkennt man leicht, wie sehr sich Spieler für ihr „Team“ einsetzen.

Übungen zur Verbesserung der Kommunikation

Übungen bzw. Spielformen mit zwei oder mehr Bällen fördern die Konzentration und verlangen von den Spielern, dass sie effizient miteinander kommunizieren. Auch schwierige taktische Übungsformen, etwa zur Viererkette oder zum Pressing, oder Ballbesitzspiele auf engstem Raum und in hohem Tempo erfordern klare Kommandos umd gegenseitige Unterstützung.

Teambuilding ohne Ball

Neben den Ballübungen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, das Teambuilding auch ohne Ball zu verstärken. Staffelspiele sind eine beliebte Variante, die das Training zusätzlich beleben. Dabei können mehrere kleine Gruppen gegeneinander antreten. Allerdings sollten die Teams etwa gleich stark sein, um für mehr Wettbewerb zu sorgen. Für Sieger und Verlierer kann vorher ein Preis beziehungsweise eine Aufgabe verabredet werden.

Als Trainer den Teamgeist vorleben und positiv verstärken

Als Trainer einer Mannschaft ist es meine Aufgabe, den Teamgeist, den ich mir von meinen Spielern wünsche, vorzuleben und zu belohnen. Das heißt, dass ich das Vertrauen, das meine Spieler in mich setzen, rechtfertige, sie wo es geht unterstütze und ihnen auch vermittle, wie wichtig mir das Team ist. Diese Botschaft kann ich immer wieder verbal äußern, muss aber vor allem auch in meinem Verhalten entsprechend auftreten. Was nützt es mir, wenn ich einerseits vom tollen Teamgeist predige und dann ständig im Clinch mit meinem Co-Trainer oder bestimmten Spielern liege oder mich eigenbrötlerisch verhalte. Hier gilt, wie im Trainerleben allgemein: Authentizität ist entscheidend.

Autor:

DFB A-Lizenz, BDFL, Talentförderung, Mannheim.

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