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Raumdeckung beim Freistoß

In den letzten Jahren fallen im Fußball immer mehr Tore durch scharf und mit viel Schnitt in Richtung Tor getretene Freistöße aus dem Halbfeld. Meistens werden sie leicht abgefälscht oder verlängert und sind für den Torwart dadurch sehr schwer zu berechnen. Immer wieder passieren hier auch Eigentore, weil die Verteidiger nicht richtig hinter den Ball kommen.

Bei der Standard-Verteidigungsvariante gegen Freistöße aus dem Halbfeld, nämlich einer Manndeckung am 16m-Raum, sehen sich die Torhüter im Normalfall mit einer Horde von eigenen und gegnerischen Spielern konfrontiert, die mit hohem Tempo auf sie zulaufen. Hier ist nur schwer einzuschätzen, wer wirklich an den Ball kommt.

Was hier funktionieren kann, ist eine Raumdeckung, ähnlich wie bei Eckbällen. Voraussetzung ist, dass die kopfballstarken Spieler einer Mannschaft auf jeden Fall das Zentrum besetzen und tief im eigenen Strafraum stehen. Wird der Freistoß ausgeführt, laufen sie dem Ball entschlossen entgegen, können so mit Anlauf ins Kopfballduell gehen und mit großer Wahrscheinlichkeit klären (siehe Abbildung 1). Sind die Angreifer unaufmerksam, besteht zusätzlich die Chance, sie abseits zu stellen.

Freistoß aus dem Halbfeld – im Raum verteidigen

Die größten Kritiker sind hier die Spieler, die eigentlich am meisten profitieren: die Torhüter. Hier hört man, wenn man die Variante vorstellt, häufig das Argument, dass ihnen dann der Raum zum Reagieren fehle. Allerdings müssen sie ja auch nicht reagieren, wenn ihre Verteidiger den Ball schon vorher klären können. Hier ist aus Trainersicht somit einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten.

Für das Tiefstehen und Entgegenlaufen spricht auch, dass man diese Bewegung sehr gut zum Kontern nutzen kann, wenn alle Spieler der eigenen Mannschaft entschlossen dem abgewehrten Ball nachlaufen. Schaltet der Gegner nicht schnell genug um bzw. kann den abgewehrten Ball nicht erlaufen und sichern, ergibt sich u.U. eine aussichtsreiche Überzahlsituation.

Autor:

DFB A-Lizenz, BDFL, Talentförderung, Mannheim.

8 Kommentare

  1. Hallo nochmals,

    habe mich jetzt dazu entschlossen Freistöße und Eckstöße gegen uns im Raum zu verteidigen.

    Ich bin allerdings noch am überlegen ob ich unseren Mittelstürmer (spielen bekanntlich ja im 4-2-3-1) auf Dauer wirklich jedes Mal zurück in den 16er zum Verteidigen schicken soll bzw. schicken kann.

    Er ist mit Abstand der kopfballstärkste und verfügt über eine gute Grundlagenausdauer.

    Die Mauer bei einem Freistoß besteht bei uns aus der offensiven Dreiherreihe. Und bei einem Eckstoß ziehen wir uns komplett zurück.

    Da die Mannschaft sowie so viel rochiert und im Wechsel immer wieder andere in die Spitze stoßen sollte das für den Mittelstürmer eigentlich machbar sein oder?
    Er spielt dann nach einer Ecke/Freistoß ersteinmal eine andere (tiefere) Position.

    Sportliche Grüße,
    Thomas

    • Hallo Thomas,

      wenn er nicht dauernd nach vorne und zurück laufen muss, dann sollte das wirklich machbar sein.
      Wenn man schon einen so kopfballstarken Spieler hat, dann muss man das auch nutzen.

      Grüße

  2. Also zusammengefasst:
    Ball aussen bzw. weite Distanz im Raum verteidigen wie oben beschrieben. Bei Eckbällen oder Freistößen aus dieser Position auch im Raum allerdings mit Mauer. Und bei Freistößen zentral bzw halbaussen bei naher Distanz (Direktschuss) Mauer + Manndeckung. Richtig?

    Vielen Dank & lieben Gruss

    • Hallo Thomas,

      so würde ich es auch zusammenfassen.
      Natürlich gibt es immer auch Situationen, in denen man abweichen muss/sollte (siehe < a href="http://www.trainerblog.fussball-training.org/taktik/defensive/fussball-raumdeckung-beim-eckball-der-verflixte-lange-eckball-1010.html">hier). Eine gewisse Flexibilität kann nie schaden!

      Grüße,
      Daniel

  3. Ersteinmal danke! Und wie wenn der Ball zentral 20 Meter vom Tor entfernt ist und wie bei 40 Meter?
    Gruß und danke!

    • 20 Meter zentral vor dem Tor würde ich eine möglichst undurchdringliche Mauer stellen und den Rest in Manndeckung spielen bzw. auf den Abpraller zurücklaufen lassen.
      Bei 40 Metern bietet sich das Verteidigen im Raum schon wieder an, da man dem Ball ja auch aus dieser Position gut entgegengehen kann und möglichst alle torgefährliche Räume abdecken sollte.

  4. Hallo Thomas,

    das geht auf jeden Fall. Im Grunde ist das ja dann eine Mischung aus Eckball und Freistoß aus dem Halbfeld (von der Position her gesehen). Je näher an der Torauslinie, desto eher würde ich mich am Eckball orientieren.

    Weitere Infos hier: Eckbälle im Raum verteidigen

  5. Hallo zusammen,
    wie verteidigt man gegen Freistöße zentral vorm Tor bzw. Freistöße von außen auf Höhe des 5ers/11ers? Kann man da auch im Raum verteidigen?

Kommentare sind geschlossen.

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