Suche
  • Fußball - Training und Taktik:
  • Fußball-Training, Trainer, Fußball-Fachwissen.
Suche Menü

3 gegen 3 Mini-Fußball – Taktik- und Technikschule im Jugend-Fußball

Ein Beitrag vom Kinderzentrum von 1899 Hoffenheim hat mich auf die Idee gebracht, mir das Thema Mini-Fußball 3 gegen 3 mal etwas genauer anzusehen. Dass kleine Spiele in der Ausbildung im Jugend-Fußball absolut sinnvoll sein können, habe ich ja schon versucht, in den Artikeln über den Straßenfußball (Teil 1Teil 2) rüberzubringen. Der Mini-Fußball gießt das Ganze jetzt noch einmal in eine feste, aber flexible Form.

Mini-Fußball-Grundlagen

Mini-Fußball ist eine sehr gut für den Grundlagenbereich (F- und E-Junioren, unter Umständen auch D-Junioren) geeignete Trainingsform (als Stationentraining) und Spielform (mit 6er-Mannschaften). Das Spielsystem kommt ursprünglich aus dem Hockey und wurde von Horst Wein für den Jugend-Fußball angepasst.

Es spielen zwei Sechsermannschaften jeweils 3 gegen 3 auf 4 Minitore, nach 3 Minuten wird komplett gewechselt, so dass alle 6 Spieler der Mannschaften 6 Minuten spielen und 6 Minuten Pause haben (Gesamtspielzeit 12 Minuten). Das Spielfeld hat ein Größe von 25*25 m². Es gibt noch einige Zusatzregeln (Einwurf, Abstoß, Eckball, Verhalten nach Torerfolg) die man aber als Trainer auch flexibel interpretieren kann (zumindest im Fußballtraining).

Potentiale des Mini-Fußballs: Technik und „kleine“ Taktik

Mini-Fußball ist aufgrund der geringen Spieleranzahl körperlich und geistig sehr anstrengend, Koordination und Handlungsschnelligkeit werden spielerisch geschult, daneben die Aufmerksamkeit und ansatzweise auch peripheres Sehen (soweit in diesem jungen Alter möglich).

Zum Wesentlichen: Das kleine Spiel 3 gegen 3 ermöglicht schon durch die Organisation viele Ballkontakte für jeden Spieler und so auch eine hohe Wiederholungszahl bei allen wichtigen Techniken.

Die überschaubare Anzahl an Spielern sorgt dafür, dass viele 1:1-und 2:1-Situationen in Offensive und Defensive zustandekommen. Diese Situationen sind meiner Ansicht nach ein Kernaspekt der Grundlagenschulung im Jugend-Fußball. Durch das häufige Durchspielen dieser Situationen erarbeiten sich die Kinder intuitive Verhaltensmuster, die ihnen später auch im „großen“ Spiel zugute kommen.

Natürlich ist hier der Trainer auch gefordert, geeignete Lösungen anzubieten bzw. zu zeigen, aber häufig wird das gar nicht notwendig sein. Darüber hinaus vermittelt diese Organisationsform Grundlagen des Spielaufbaus (Spielverlagerung, Freilaufverhalten) und des ballorientierten Verteidigens (Raumaufteilung, Abwehrdreiecke, auf die Seite verschieben, gegenseitiges Absichern).

Das klare Wechselsystem sorgt für eine faire und auch verlässliche Gleichbehandlung aller Spieler, was auch das soziale Verhalten der Kinder (und Eltern!) positiv beeinflussen sollte.

Anwendung im Training

Für Trainer im Jugend-Fußball hat diese Form, im Training angewendet, den Charme, dass sie übersichtlich und so auch einfach zu coachen ist. Man kann hier sehr im Detail arbeiten, weil die Verhaltensweisen der einzelnen Spieler sehr gut sichtbar sind. Die Pause der einen „Schicht“ kann dann genutzt werden, um Dinge zu erklären und zu zeigen. Ideal ist es hier natürlich, wenn zwei Trainer für 12 Spieler da sind. Beim Material kann sicherlich auch improvisiert werden (Hütchentore statt Minitoren, etc.).

Alles in allem ist Mini-Fußball ein sehr guter neuer Ansatz, der den Jugend-Fußball im Grundlagenbereich auf das Wesentliche und Wichtige reduziert. Eine große Automobil-Marke hätte es „Reduce to the max“ genannt.

Hier noch einige Trainingseinheiten zum Minifußball auf Abwehrkette.de

Autor:

DFB A-Lizenz, BDFL, Talentförderung, Mannheim.

Cookieverwendung für: personalisierte Anzeigen und Inhalte | Funktionen für soziale Medien | Webanalyse.