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Coaching im Training: Kurz und knackig

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Beim Coaching ist weniger mehr. Immer wieder erlebe ich, dass Fußballtrainer ihre Spieler im Training mit langen Ansprachen oder Erklärungen vor dem Training oder vor einzelnen Trainingsübungen quälen. Das ist natürlich besonders der Fall wenn „etwas Neues“ trainiert werden soll, was ja grundsätzlich sehr gut ist.

Das darf aber nicht dazu führen, dass zuviel Zeit mit Reden verschwendet wird. Man muss sich hier bewusst machen, dass besonders kleine Kinder sich nicht über einen längeren Zeitraum konzentrieren können. Von dem Vielen das gesagt wird kommt deshalb sowieso nur wenig an. Ein gutes Coaching sorgt dafür, dass die Spieler schnell aktiv werden. 

Zu lange reden im Fußballtraining schadet:

  • die (positive) Anspannung der Spieler, die sich auf das Fußballtraining gefreut haben, geht verloren
  • die Qualität des Fußballtrainings kann darunter leiden, weil die Spieler nicht mehr in einem aufmerksamen Zustand sind
  • unter Umständen leidet die Autorität des Trainers, der viel redet und wenig sagt
  • die zentralen Aufgaben werden nicht klar, weil zuviel Information übermittelt wird (information overflow)lieber einmal

Die perfekte Minute:

Bei der DFB-Trainer-Ausbildung wird den Trainern immer wieder vermittelt: „Nach einer Minute rollt der erste Ball“. Das heißt, kurz erklären, demonstrieren (1 mal gezeigt ist besser als 3 Mal erklärt), und dann loslegen. Wenn die Trainingsübung nicht läuft, kann man immer noch kurz eingreifen bzw. auch den Ablauf anpassen.

Was hilft:

  • Fußballtraining schriftlich vorbereiten (ich habe immer mindestens ein DIN A4-Blatt mit den wichtigsten Zeichnungen, Zeitvorgaben und den Positionen der Spieler in der jeweiligen Übung)
  • Sich selbst coachen lassen (Vorsicht: kann weh tun!) und Feedback einholen von Außenstehenden (Trainer einer anderen Mannschaft im Verein, Co-Trainer, Towarttrainer etc.)
  • Ablauf des Trainings im Kopf durchgehen und auf Schwierigkeiten vorbereitet sein (dazu gehört natürlich ein bisschen Erfahrung)
  • Übungen lieber ein- bis zweimal zeigen oder langsam durchspielen als fünfmal erklären

Reden ist immer noch Silber

Das heißt natürlich nicht, dass man nicht auch einmal eine längere Besprechung auf dem Trainingsplatz machen sollte. Dann aber gilt: Dialog ist besser als Monolog, denn wenn die Spieler mitreden können, dann hören sie normalerweise auch besser zu. Was auch helfen kann: Fragen stellen oder Spieler direkt ansprechen.

Autor:

DFB A-Lizenz, BDFL, Talentförderung, Mannheim.

4 Kommentare

  1. Hallo,

    ich bin auch Trainer und kann daher nur sagen, dass man in gewisse Situationen reinwachsen muss. Das gilt auch für das Thema Ansprachen vor einem Spiel oder dem Training. Es ist richtig, dass man das während des Trainer-Lehrgangs vermittelt bekommt, dennoch ist das selber Machen, eine andere Sachen. Aber mit viel Übung und mit der Erfahrung entwickelt man ein gutes Zwischenmaß.
    Was die Verbesserung des Fußballtraining diesbzg. angeht, kann ich dem o.g. nur beipflichten. Ich bereite in den meisten Fällen das Training schriftlich vor, was ungemein hilfreich sein kann.
    Beste Grüße

  2. Naja bischen Oberflächlig aber richtig! Was mir aber noch fehlt ist, das eine Übung auch praktisch Vorgemacht werden sollt. Aktiv erklären ist nämlich Gold!

  3. Heute möchte ich mal ein paar Worte über Krafttraining beim Fußball verlieren. Von Profi-Fußballern weiß man ja, dass sie mehrmals in der Woche Krafttraining betreiben, um ihren Körper an das Maximum heranzuführen, was er leisten kann. Ein Fußballer muss eben nicht nur laufen und den Ball halbwegs geradeaus spielen können. Je höher man spielt, umso mehr Wert wird auf Körpereinsatz, Zweikampfstärke und Durchsetzungsvermögen gelegt. Man kann sogar sagen, dass beim Profi-Fußball zwar Talent vorhanden sein muss. Wirklich durchsetzen wird sich aber nur ein Sportler, der klar im Kopf bleibt und sich durchbeißt. Einem Christiano Ronaldo war das in den ersten Jahren bei Manchester United noch nicht bewusst. Damals hat er sich ausschließlich auf seine Schnelligkeit und Technik verlassen. Zeigten Gegenspieler genügend Körpereinsatz, so war Ronaldo trotz seiner Schnelligkeit relativ einfach zu stoppen. Mit der Zeit verstand er aber mit der Hilfe seines damaligen Trainers, Alex Ferguson, dass nur Talent einfach nicht ausreicht, um in die Weltspitze der Fußballer vorzudringen. Ferguson erstellte mit seinem Team Trainingspläne, welche unter anderem Ronaldo dazu verhalfen, an den wichtigen Stellen noch mehr Muskeln aufzubauen. Ronaldo wurde dadurch noch schneller, deutlich kopfballstärker, hat einen viel stärkeren Schuss und kann sich nun auch mit seinem Körper im direkten Zweikampf behaupten. Einen Trainingsplan dieser Art findet ihr auf Trainingsworld. Ferguson macht das übrigens mit seinem nächsten Talent ähnlich. Nani, ebenfalls Portugiese, hat die gleichen Ansätze wie Ronaldo. Auch ihm merkte man in den ersten Jahren an, dass er körperlich noch weit hinter den anderen ist. Mittlerweile ist er eine feste Größe im ManUnited-Kader. Man darf gespannt sein, wohin sein Weg noch führt, wenn er so hart an sich weiter arbeitet.

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