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Mittelfeld-Pressing: Stürmer und Zehner oder zwei Stürmer?

Viele Mannschaften spielen Mittelfeld-Pressing und verändern ihr Grundsystem, z. B. ein 4-2-3-1-System in der Defensive in ein 4-4-2-System. Das 4-4-2-System hat den großen Vorteil, dass die Laufwege relativ einfach sind und die Staffelung und Raumaufteilung sehr einfach trainiert und umgesetzt werden können.

Andere Mannschaften bleiben auch in der Defensive beim 4-2-3-1 oder stellen eher auf ein 4-4-1-1-System mit nur einem Spieler an vorderster Front um. Daraus ergibt sich eine grundlegende Frage beim Mittelfeld-Pressing: ein oder zwei Spieler vorne bzw. Wie sollen Stürmer und Zehner zueinander stehen, nebeneinander oder eher hintereinander?

Will man die Innenverteidiger zu einem Pass ins Zentrum provozieren, bietet sich eine etwas breitere Stellung der Stürmer an (Zustellen der Passwege auf die Außenverteidiger). Lässt man den ballfernen Spieler vorne etwas einrücken bzw. abkippen, gelingt es sehr gut, den Passweg auf den Mittelfeldspieler im Zentrum zu bedrohen.

Zwei Spieler vorne beim Mittelfeld-Pressing:

Zwei Spieler vorne erleichtern das Lenken des gegnerischen Spielaufbaus auf die Flügel: ein Stürmer läuft schräg an und provoziert den Pass nach außen, der andere bedroht Querpass und Pass auf die Sechs. Kommt der Ball nach Außen, kann man den ballfernen Spieler durchschieben und beim Doppeln helfen lassen, wie in dieser Variante im 4-4-2.

Allerdings kann der Laufweg so weit sein, dass er es in der Pressing-Situation nicht mehr rechtzeitig schafft, mit in den Zweikampf zu gehen. Mit zwei Spielern presst man allerdings durch das erleichterte Lenken eher aktiv im Mittelfeld-Pressing. Dazu muss man eine höhere Laufintensität in Kauf nehmen. Spielt man situativ Angriffs-Pressing, können zwei Spieler gehörigen Druck entwickeln.

Noch schwieriger wird es für die gegnerische Abwehrkette, wenn die Mannschaft dahinter entschlossen nachrückt und die Passwege zustellt. Dieses situative Angriffs-Pressing hängt entscheidend davon ab, was für Spielertypen man da vorne hat. Es gibt Stürmer, die können Verteidigern wirklich wehtun, auch ohne Foulspiel.

Mittelfeld-Pressing mit einer Spitze:

Wenn man nun auf das Lenken verzichten will und so einen eher passives Mittelfeld-Pressing verfolgt (was natürlich in sich ein kleiner Widerspruch ist), so bietet sich das Spiel mit einem Spieler vorne an. Das Lenken fällt – wie oben gesagt – schwerer, weil man mit einem Spieler keinen Zugriff kriegt auf die gegnerischen Innenverteidiger. Wenn man aber mit den restlichen Spielern die Mitte gut zustellt, kann man auch so einen Pass auf Außen provozieren und den zweiten Ball nach Innen lenken, um hier mit Zehner und Sechser zu doppeln.

Der Zehner hat, da er nur leicht aus dem Zentrum auf die Seite schiebt, einen geringeren Laufaufwand und kann so Kraft für Offensivaktionen sparen. Ich persönlich spiele gerne ein klares 4-4-2 mit zwei Spielern vorne, weil ich die Möglichkeit des situativen Angriffspressings durch zwei aggressive Stürmer sehr reizvoll finde.

Zusätzlich sieht man immer wieder dass die beiden Spieler vorne Vorteile beim Umschalten bzw. Konterspiel haben können. Denn man hat bei Ballgewinn zwei Spieler in der Nähe der gegnerischen Abwehrkette. Aber: Die Taktik hängt von den Spielern ab und nicht umgekehrt(zumindest im Amateur- und Jugendbereich)!

Fazit:

  • 1 Stürmer = kein/weniger Lenken des gegnerischen Angriffs, kraftsparender
  • 2 Stürmer = gezieltes Lenken und In-die-Falle-Locken des Gegners, höherer Laufaufwand, ggf. bessere Kontersituationen

Auf keinen Fall darf man mit einem Stürmer spielen und ihn dann ständig ins Feuer schicken, d. h. verlangen, dass er die gegnerischen Verteidiger unter Druck setzt. Wichtig ist auch, dass die beiden vorne perfekt eingespielt sind und genau wissen, was sie zu tun haben. Aber ist das nicht immer so?

Autor:

DFB A-Lizenz, BDFL, Talentförderung, Mannheim.

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