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Ausdauer trainieren in Spielformen

Ausdauertraining im Fußball kann langweilig sein, vor allem, wenn man den Ball nicht dazu nimmt. Ewiges Runden- oder Diagonallaufen mit seinen monotonen Abläufen wird den Anforderungen an modernes Konditionstraining nicht mehr gerecht. Denn die Anforderungen des Spiels werden hier nur ungenügend abgebildet (z. B. Tempo- und Richtungswechsel).

Eine gute Möglichkeit zu interessantem und am Spiel orientierten Ausdauertraining bieten Spielformen. In Spielformen kann man Ausdauer nach der Dauermethode (relativ niedrige Intensität, hoher Umfang) und nach der Intervallmethode (intensiv oder extensiv) trainieren. Für ein Training nach der Dauermethode bieten sich große Spielformen an, die wenig Pausen beinhalten und relativ lange laufen (mindestens 30 Minuten).

Große Spielformen zum Ausdauertraining – ab 8 gegen 8

Eine Spielform, die eher der Dauermethode zuzuordnen ist, ist 8 gegen 8 in einer Spielfeldhälfte auf 2 Großtore, die in der Mitte Rückseite an Rückseite stehen. In dieser Spielform gibt es wenig Unterbrechungen, da durch die Tore in der Mitte des Feldes die Bälle selten im Aus sind. Die Torhüter haben die Aufgabe, den Ball so schnell wie möglich wieder ins Spiel zu bringen.

Eine weitere Variante ist eine Spiel 8 gegen 8 in einer Spielfeldhälfte auf mehrere verteilte Stangentore. Durch die große Zahl von Spielverlagerungen müssen die Spieler einen hohen Laufaufwand betreiben, was auf den Trainingseffekt im Bereich Ausdauer einzahlt.

9 gegen 9 auf 2 Tore im Zentrum

9 gegen 9 auf 2 Tore im Zentrum

Spielformen zum Intervalltraining

Spielformen zum Intervalltraining sind eher kleinere Spielformen, bei denen man auf eine höhere Belastung setzt, dafür aber den Umfang geringer wählt. Hier ist das typische Beispiel ein 4 gegen 4 im doppelten Strafraum, ggf. noch mit Außenanspielern. Das ist hochintensiv und kann maximal 6 Minuten ohne Pause gespielt werden. Dabei sollte der Trainer die Spieler immer wieder pushen, damit sie sich ausreichend anstrengen. Sonst gibt es hier keinen zufridenstellenden Trainingseffekt. Solche kleineren Formen haben den Vorteil, dass sie weniger zeitintensiv sind und gleichzeitig mehr technische und individualtaktische Elemente (1 gegen 1, Anzahl Ballkontakte) abfordern.

Trainingsform 4+4 gegen 4+4

Trainingsform 4+4 gegen 4+4

Ausdauertraining mit Fahrtspielen

Ein Fahrtspiel ist eine Trainingsform, in der das Tempo mehrfach gesteigert und wieder verringert wird. Eins meiner liebsten Fahrtspiel geht folgendermaßen:

  • Spielform 7 gegen 7 in einer Spielfeldhälfte (schmaler, etwa 30 Meter)
  • jeweils 2 Spieler von Mannschaft A müssen gleichzeitig um das Spielfeld laufen (1-2 Runden = etwa 180 bis 400 Meter)
  • sobald sie wieder da sind, laufen die nächsten beiden (vorher festlegen)
  • d.h. die Mannschaft A spielt immer mit 2 Spielern Unterzahl
  • sind alle Spieler durch, wechselt die Laufaufgabe zu Mannschaft B
  • gezählt wird das Gesamtergebnis

Ein solches Fahrtspiel ist hoch intensiv und auch taktisch interessant, weil die SPieler gleichzeitig das Überzahlspiel und Unterzahlspiel trainieren. Neben der Ausdauerbelastung des relativ konstanten Laufs müssen sie schnell wieder auf die noch intensivere Spielsituation in Unterzahl umschalten. Und motivierend ist die Form auch, da man sich beeilt, um der eigenen Mannschaft möglichst schnell wieder zu helfen bzw. um kürzere Zeit in Unterzahl zu spielen. Kriegt man kein 7 gegen 7 zusammen, kann man auch aus einer 4 gegen 4-Form heraus arbeiten, bei der jeweils ein Spieler läuft (gespielt wird also 3 gegen 4).

Belastungssteuerung in Spielformen zum Ausdauertraining

Der Trainer kann die Intensität durch die Regelvorgaben grob steuern, z. B. durch Vorgeben der Anzahl der Ballkontakte, vorgegebene Verlagerungen nach einer bestimmten Passanzahl oder das Herausnehmen von Spielern (d. h. Überzahl-/Unterzahlspiele). Eine genaue Aussteuerung der Belastung ist in Spielformen nur sehr schwer möglich. Dafür trainiert man näher am Wettspiel und abwechlungsreicher.

Ausdauertraining in Spielformen ergibt im Jugend- und Amateurbereich am meisten Sinn. Denn gerade im Jugendfußball und Amateurbereich sollte man die ohnehin schon knapp bemessene Trainingszeit nicht mit eintönigen Übungsformen verschwenden. Je nach Alter reicht es auch, die Mannschaft grundsätzlich oft intensiv trainieren zu lassen, ohne die notwendige Regeneration zu vernachlässigen. Spezielles Ausdauertraining ist dann (vor dem 2. Jahr B-Junioren) entbehrlich, zumal taktische und technische Ausbildungsinhalte weiterhin im Vordergrund stehen sollten.

Wie sind eure Erfahrungen mit Spielformen im Ausdauertraining? Setzt ihr sie regelmäßig ein? Oder macht ihr lieber Waldläufe bzw. reine Laufeinheiten?

Autor:

DFB A-Lizenz, BDFL, Talentförderung, Mannheim.

1 Kommentar

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