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Trainer B-Lizenz im Fußball

Der Trainer B-Lizenz im Fußball ist auf der ersten Stufe im Ausbildungsbereich Leistungsfußball. Insgesamt ist er nach dem Trainer C-Lizenz auf der zweiten Stufe im Lizenzsystem des Deutschen Fußballbundes. Früher, d. h. vor dem 1. Januar 2015, hieß dieser Trainerschein C-Lizenz Leistungsfußball. Diesen Lehrgang inkl. Prüfung habe ich 2007 absolviert. Damals in zwei Wochen und drei Tagen.

Es können keine Inhalte aus der C-Lizenz angerechnet werden auf die Trainer B-Lizenz Ausbildung. Die Ausbildungswege Breitenfußball und Leistungsfußball sind vollständig entkoppelt. Die Lizenz kann erst mit Vollendung des 18. Lebensjahres erteilt werden, jedoch kann man die Prüfung vorher ablegen, wenn ich das richtig deute. Die Ausbildung findet beim jeweiligen Landesverband, z. B. durch den Verbandssportlehrer, statt, nicht zentral beim DFB.

Eignungsprüfung Trainer B

Um zur Ausbildung zugelassen zu werden, muss man eine (bundeseinheitliche) Eignungsprüfung absolvieren. Das soll dafür sorgen, dass sowohl fußballerisch als auch didaktisch ausreichend gute Bewerber in den Lehrgängen sind. Eine solche Vorauswahl kann sicherlich dazu beitragen, das Niveau in der Ausbildung zu gewährleisten.

Im Einzelfall kann die Eignungsprüfung aber auch dazu führen, dass gute Pädagogen und Führungskräfte aufgrund mangelnder fußballerischer Fähigkeiten aussortiert werden. Dass ein begabter Fußballer aufgrund schwacher theoretischer Kenntnisse oder Kommunikationsfähigkeiten aussortiert wird, habe ich bisher noch nicht gehört. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Die Eignungsprüfung zur Trainer B-Lizenz beinhaltet einen schriftlicher Test durchgeführt, der aktuelle Fußballthemen oder allgemeine Fragen beinhaltet (lt. Info Bayrischer Fußballverband). Hier wird wahrscheinlich auf die Fähigkeit, strukturiert zu denken und die schriftliche Ausdrucksfähigkeit geachtet. Beides wichtige Fähigkeiten für einen Fußballtrainer. Dazu kommt eine fußballpraktische Prüfung, in der die fußballerischen Fähigkeiten in Wettspiel/Taktik und Technik getestet werden. Eine mündliche Prüfung ist optional.

Spielklassenberechtigung und Ausbildungsziele der Trainer B-Lizenz

Mit der B-Lizenz ist man als Trainer berechtigt, alle Mannschaften bis zur 5. Spielklasse (derzeit Oberliga) bei den Herren bzw. alle Frauenteams bis zur 2. Liga sowie alle Juniorenteams bis zur Oberliga trainieren. Wobei (wie beim Abitur) die Trainingsberechtigung noch lange nichts über die Trainingsbefähigung aussagt. Ob man wirklich erfolgreich arbeiten kann, muss man im harten Alltag als Fußballtrainer mit all seinem Stress, seinem Druck und seinen Unwägbarkeiten und Problemen erst beweisen.

Die Ausbildungsziele sind laut DFB, methodisches Handwerkszeug zu vermitteln, Planung und Organisation und das Mitgestalten des Vereinsumfeldes (sehr interessant, aber was heißt das?!). Dazu kommt pädagogisch-psychologisches Grundwissen. Meiner Einschätzung nach ist hier das gezielte Führen einer Mannschaft und das wirkungsvolle Coaching gemeint.

Ausbildungsumfang/Dauer der Trainer B-Lizenz-Ausbildung:

Jede Menge Urlaub muss man schon einsetzen, aber es spricht Vieles für den Erwerb eine Trainerscheins im Fußball. Wobei auch einiges dagegen spricht. Der DFB schreibt etwas von 140 Lerneinheiten (80 Basis, 40 Profil und 20 Prüfung). Das sind nach meiner Rechnung und intensiver Recherche 12,5 Tage insgesamt. Allerdings scheinen Dauer und Ablauf nicht einheitlich zu sein. Denn etwa in Bayern und Baden dauert der Lehrgang insgesamt volle drei Wochen zuzüglich der drei Tage Prüfung. Im Südwestdeutschen Fußballverband und in Sachsen scheint es mit zwei vollen Wochen zzgl. Prüfung getan zu sein.

Seltsam, seltsam, werden hier die Vorgaben des DFB unterschiedlich umgesetzt, oder haben wir hier eine Thema mit der Föderalität der deutschen Verbandsstruktur? Ist die B-Lizenz-Ausbildung also uneinheitlich? Falls hier jemand aufklären kann, dann gern. Die Kosten sind entsprechend auch unterschiedlich.

Inhalte der Ausbildung

Sehr interessant ist der Aufbau der Ausbildung (der ebenfalls rund um zentrale Themen uneinheitlich ist zwischen den Landesverbänden). Zunächst muss das Basiswissen erarbeitet werden. Hier sind Alterklassen- und niveauübergreifende Fußballtrainings-Themen wie Taktik- und Konditionstraining (wahrscheinlich Grundlagen), die Einführung in Trainingsplanung (Periodisierung, Mikro-, Meso- und Makroplanung), sowie Themen rund um die Trainerperson und das Training von Jugendmannschaften und -spielern. Damit hat man das Rüstzeug, um inhaltlich in den Profillehrgängen richtig durchzustarten.

In einigen Landesverbänden absolviert man zwei Profillehrgänge (Baden, Bayern), wohingegen in anderen nur ein Profillehrgang gemacht werden muss. Hier ist die Ausbildung zur B-Lizenz entsprechend kürzer (s.o.). Das erlaubt natürlich zunächst keine Aussage zur Qualität der Ausbildung. Ähnlich uneinheitlich scheint mir auch das Thema Schiedsrichterlehrgang zu sein.

Fahren lernt man erst nach dem Führerschein

Alles in allem bieten die geforderten Inhalte in der B-Lizenz eine große Breite, wie sie für den Einstieg in den leistungsorientierten Fußball zunächst notwendig ist. Dazu muss man versuchen, so viele Praxiserfahrungen wie möglich zu machen (eigene Mannschaften, verschiedene Altersklassen, Hospitationen, Praktika), um das theoretische Gerüst nach und nach mit praktischem Leben zu füllen. Mit der B-Lizenz ist die Basis auf jeden Fall da.

Quellen zur Trainer B-Lizenz im Fußball:
Deutscher Fußballbund Südwestdeutscher Fußballverband | Sächsischer Fußballverband | Badischer Fußballverband | Bayerischer Fußballverband

Autor:

DFB A-Lizenz, BDFL, Talentförderung, Mannheim.

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