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E-Jugend-Taktik: 7 gegen 7-Systeme

 Die E-Jugend (U11 und U10)  ist sicher nicht die Altersklasse des ausgiebigen Taktiktrainings. Aber auch in der E-Jugend kann man die Mannschafts-Taktik im 7 gegen 7 nutzen, um individual- und gruppentaktische Grundlagen in kleinen Zahlenverhältnissen (1 gegen 1 bis 3 gegen 3) zu trainieren.

Die Spieltaktik hat Einfluss auf die taktischen Varianten in Offensive und Defensive. Und genau diese Tatsache kann man als Trainer nutzen, um die Spieler während der zwei Jahre in dieser Altersklasse möglichst abwechslungsreich und vielseitig zu schulen.  

In diesem Artikel lest ihr, welche Vor- und Nachteile die verschiedenen Systeme (3-3, 2-3-1 und 3-2-1) haben und welche Anforderungen sich durch die taktischen Besonderheiten für die Spieler auf den einzelnen Positionen ergeben. Als Basis sollten den Spielern – unabhängig vom taktischen System – grundlegende Verhaltensweisen vermittelt werden. Dazu gehören z. B. das gemeinsame Verteidigen und Angreifen, schnelles Umschalten, Orientierung in Richtung Ball und das gegenseitige Unterstützen in Defensivsituationen).

E-Jugend: 3-3 und 2-3-1-TaktikE-Jugend

3-3 und 2-3-1-Taktik in der E-Jugend

3-3-Taktik

Beim 3-3-System sind die Positionen Außenverteidiger re/li, Innenverteidiger, Mittelspieler, und Außenstürmer re/li besetzt. Es gibt kein richtiges Mittelfeld, die vordere und hintere Reihe teilen sich die Aufgaben in Offensive und Defensive auf. Bzgl. der  Raumaufteilung ist das Spiel in der Breite recht einfach, da sich mit drei Spielern nebeneinander der Raum des Spielfeldes recht gut abdecken lässt. In der Tiefe ist es schon eher schwierig, da sich immer wieder Spieler situativ aus ihrer Reihe lösen müssen, um die erforderliche Tiefe in das eigene Offensivspiel zu bringen. Gleichzeitig ist es dann notwendig, dass Spieler sich von ihrer Position wegbewegen und nach Außen bzw. Innen ziehen. So einfach das System aussehen mag, das sind durchaus hohe taktische Anforderungen für E-Jugend-Spieler, vor allem für die U10.

Die Abwehrkette mit drei Spieler ist eine sehr gut zur Ausbildung geeignete Vorstufe zur Viererkette, da hier schon das taktische Verhalten beim Ballorientierten Spiel trainiert werden kann (z. B. gegenseitiges Absichern, Herausrücken, nach Außen/Innen verteidigen, ballorientiertes Verschieben).

  • wenige Passdreiecke, insbesondere für die Außenspieler, möglich (-)
  • nur zwei Reihen in der Tiefe (-)
  • Abstände eher weit (-)
  • doppelt besetzte Flügel, dafür wenige Spieler im Zentrum (+/-)
  • harmonische Aufteilung der Spieler auf dem Feld, relativ gleichmäßige Abstände (+)
  • die Breite kann gut abgedeckt werden (+)
  • gute Vorbereitung zum Ballorientierten Verteidigen (Dreierkette als Vorstufe zur Viererkette) (+)
  • gutes System, um die Außenspieler auszubilden (Flügelstürmer und Außenverteidiger) (+)

=> Ideal, um das Kombinationsspiel auf dem Flügel und das 1 gegen 1-Verhalten der Außenspieler zu trainieren

2-3-1-Taktik in der E-Jugend

Auf Basis des 3-3-Systems kommt man zum 2-3-1-System, indem man einfach die Mittelachse eine Reihe nach vorne schiebt und dafür die beiden Verteidiger weiter einrücken lässt. Dadurch ergeben sich einige zusätzliche Möglichkeiten für das Passspiel (Passdreiecke). Große taktische Flexibilität sollte man von den kleinen Kickern nicht erwarten, d. h. man kann schon zufrieden sein, wenn sie ungefähr ihre Position halten.

Auch hier gibt es in der E-Jugend enorme Leistungsunterschiede zwischen einzelnen Mannschaften, je nachdem, wo der Trainer den Schwerpunkt setzt. Einige E-Jugend-Mannschaften verschieben defensiv schon wie die russische Nationalmannschaft in den 80ern, im individuellen Bereich zeigen sich aber trotzdem immer wieder Schwächen. Im 2-3-1-System müssen die Außenspieler viel Offensiv- und Defensivarbeit verrichten, hier bieten sich häufigere Positionswechsel an (die in der E-Jugend sowieso wichtig sind).

  • nur einfach besetzte Flügel (-)
  • nur zwei Verteidiger, Breite kann in der Abwehr eher schlecht abgedeckt werden (-)
  • viel Laufarbeit für Außenspieler (-)
  • eine klare Sturmspitze im Zentrum (+/-)
  • ausgewogene Variante für Offensive und Defensive (+)
  • gute Besetzung des Mittelfeldes in der Breite (+)
  • defensiv kompakte Formation, wenn das Mittelfeld ausreichend unterstützt (+)
  • Passdreiecke aus der Abwehr heraus sehr variabel (vor allem Kurzpassspiel ins Mittelfeld) (+)
  • Torwart muss sehr aktiv ins Aufbauspiel eingebunden werden (+)

=> variables Pass- und Kombinationsspiel in Breite und Tiefe möglich.

3-2-1-Taktik

Die beachtenswerten Aspekte beim Spielsystem habe ich bei den vorigen beiden Taktiken für die E-Jugend schon beschrieben, deshalb hier bei der 3-2-1-Taktik nur noch die grobe Zusammenfassung:

  • Offensiver Flügel eher vernachlässigt. (-)
  • Außenbahn muss durch Außenverteidiger mit abgedeckt werden => extrem lange Laufwege für die Außenverteidiger (-)
  • Vorstufe des großen Tannenbaumsystems (4-3-2-1-System) (+/-)
  • gute Besetzung des Mittelfeldes durch kürzere Wege (+)
  • eine klare Sturmspitze im Zentrum (+)
  • defensiv kompaktere Formation durch das Stehen „auf Lücke“ (+)
  • Passdreiecke aus der Abwehr heraus können gut gebildet werden (vor allem Kurzpassspiel ins Mittelfeld) (+)

=> eignet sich gut, um Kombinationsspiel im Zentrum und aus der Abwehr heraus zu trainieren

Irgendwann in nächster Zeit gehe ich noch darauf ein, welche individual- und gruppentaktischen Situationen sich aus den einzelnen Systemen herausarbeiten und für die Ausbildung der Spieler verwenden lassen.

Was sind eure Erfahrungen mit der Taktik in der E-Jugend? Hier die Umfrage, Kommentare sind natürlich auch herzlich willkommen:

E-Jugend 7 gegen 7: Welches System spielt ihr hauptsächlich?

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Autor:

DFB A-Lizenz, BDFL, Talentförderung, Mannheim.

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