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E-Jugend-Taktik: vom 2-2-2- zum 1-3-2- und 4-2-System

2-2-2 zu 1-3-2 gegen 3-3 in der E-Jugend

Es scheint immer mehr so, als habe Taktik in der E-Jugend doch eine große Bedeutung…

Hier möchte ich nochmal die Diskussion zur E-Jugend Taktik auf meiner Facebook-Seite aufgreifen, bei der mein geschätzter Trainerkollege Thomas berichtet hat, wie er in der E-Jugend aus einer 2-2-2-Taktik in eine 1-3-2-Taktik in der Offensive und eine 4-2-Taktik in der Defensive (als Vorübung zur Viererkette) umschalten lässt. Das erfordert, schätze ich, weniger von den E-Jugend-Spielern als man sich zunächst denkt. Denn es sind nur ein bzw. zwei Spieler, die Ihre Spielposition situativ anpassen müssen. Also durchaus überschaubar.

Der Gegner spielt gedacht in einer in der E-Jugend häufig zu findenden 3-3-Taktik, wobei das eigentlich egal ist. Es geht ja darum, was man selbst mit seiner Mannschaft erarbeiten möchte. Und das spielt sich eher auf individualtaktischer Ebene ab. Im letzten Beitrag zur E-Jugend-Taktik habe ich ja schon herausgearbeitet, dass Taktik hier meiner Ansicht nach nur dazu dienen kann, technische und individualtaktische Fähigkeiten der Spieler zu entwickeln und ihre Spielfähigkeit zu verbessern. Und genau das funktioniert mit dieser variablen Spielweise sehr gut.

Hier die wichtigsten Punkte von Thomas‘ Beitrag auf Facebook:

Läuft der Aufbau über links geht der "linke Innenverteidiger" mit nach vorne, der "rechte Innenverteidiger" rückt ins Zentrum; aus dem linken IV wird dann quasi ein Zehner...

Hier rückt also der ballnahe Verteidiger mit ins Mittelfeld, und tut dies ggf. auch, indem er den attackierenden Stürmer an- und ausdribbelt. Dieses Risiko (1 gegen 1 in der eigenen Abwehrzone und nur ein Spieler als Sicherung) kann und sollte man in einer E-Jugend schon eingehen, es geht ja weder um Siege noch um Meisterschaften, sondern um die Weiterentwicklung der Kleinen.

2-2-2 zu 1-3-2 gegen 3-3 in der E-Jugend

Vom 2-2-2 zum 1-3-2 gegen ein 3-3-System in der E-Jugend

Bei gegnerischem Ballbesitz spielen die zwei Innenverteidiger und die zwei Außenspieler eine gedachte Viererkette...

Hier rücken also die Außenspieler in die Abwehrkette zurück und agieren dann als Außenverteidiger. Das ist sehr einfach umzusetzen und erlaubt es, schon Vorformen des Verhaltens in der Viererkette zu provozieren, z. B. das Abwehrdreieck oder das gegenseitige Absichern  in der Defensive.

2-2-2 zu 4-2 gegen 3-3 in der E-Jugend

Vom 2-2-2 zu, 4-2 gegen ein 3-3-System in der E-Jugend

Aber wenn es gut gespielt wird hat man in Ballnähe immer eine Überzahl, ist natürlich teilweise auch riskant, da man bei Ballverlust recht offen im Zentrum steht - allerdings sind so alle Spieler in den Angriff beteiligt, jeder kann entweder den entscheidenden Pass spielen, oder selbst zum Anschluss kommen...

Das ist ein interessanter Aspekt. Durch die Wechsel innerhalb des Spiel sind die Spieler nicht so stur auf ihre Positionen festgelegt und machen mehr Erfahrungen in verschiedenen Spielsituationen. Und Überzahl in Ballnähe ist natürlich ein Element, das variantenreiches Kombinationsspiel begünstigt.

Hier haben wir also zusammenfassend schon einige Elemente des großen Fußballs: Überzahl in Ballnähe, Risikobereitschaft, Verteilung der Offensivaufgaben auf alle Spieler, eine Vorstufe zur Viererkette. Herzlichen Dank nochmals an Thomas für diesen lehrreichen Beitrag auf Facebook. Ich hoffe, ihr könnt das ein oder andere davon für eure eigenen Überlegungen verwenden.

Was meint ihr zu dieser Spielweise, ist das für euch und eure E-Jugend ebenfalls interessant und auch umsetzbar? Und wenn ihr die Zeit findet, nehmt doch auch an der Umfrage zur E-Jugend-Taktik teil.

Autor:

DFB A-Lizenz, BDFL, Talentförderung, Mannheim.

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